Polar Bear Swim Day



Kurzbeschreibung: Hier finden Betreuungskräfte eigene Aktivierungsideen zu dem Aktionstag: Polar Bear Swim Day, welcher jedes Jahr am 01. Januar stattfindet. Warum Aktionstage auf einen Blog für Betreuungskräfte? - Einfach weil die ganzen unterschiedlich, internationalen Aktionstage die es gibt, sind eine fanatische Grundlage sind, um auf Ideen für die Seniorenarbeit zu kommen.

Inhalt des vollen Beitrags:

  • Aktionstag Beschreibung
  • 4 Aktivierungsideen

Euro Tag



Kurzbeschreibung: Hier finden die ersten Skizzen an Ideen für den Aktionstag: Euro Tag. 

Dieser Aktionstag ist jedes Jahr am 01. Januar - hat jetzt 1 Aktivierungsideen für die Seniorenarbeit...

Neujahr







Kurzbeschreibung: Hier finden die ersten Skizzen an Ideen für den Aktionstag: Neujahr.

Dieser Aktionstag ist jedes Jahr am 01. Januar - hat jetzt 2 Aktivierungsideen für die Seniorenarbeit...




Neujahr



Beschreibung des Tages:
Beschreibung des Tages ist in Arbeit... ;)






Anregungen für diesen Aktionstag

Hinweis: Es geht nicht darum die Anregungen aufgrund des Aktionstages - genau heute mit Ihren TN um zusetzen, sondern Ideen zu sammeln/ aufzuzeigen um die Arbeit in der Betreuung insgesamt abwechslungsreicher gestalten zu können.



Ideen:
Lassen Sie Ihre TN ein Neujahrskonzert anschauen
Gemeinsam ein Neujahrsfrühstück gestalten mit Sekt und Lachs und vielleicht mit einem Gespräch über geplante Unternehmungen und Veranstaltung im Aktuellen Jahr







Haben Sie Anregungen oder Ideen, welche zu diesem Aktionstag passen, dann Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar - Danke

Bloody Mary Day




Kurzbeschreibung: Hier finden die ersten Skizzen an Ideen für den Aktionstag: Bloody Mary Day. 

Dieser Aktionstag ist jedes Jahr am 01. Januar - hat jetzt 1 Aktivierungsideen für die Seniorenarbeit...

Z-Tag




Kurzbeschreibung: Hier finden die ersten Skizzen an Ideen für den Aktionstag: Z-Tag. 

Dieser Aktionstag ist jedes Jahr am 01. Januar - hat jetzt 1 Aktivierungsideen für die Seniorenarbeit...

Dekoration mit Zucker Tag


Dekoration mit Zucker Tag
  • Aktivierungsidee: Nutzen Sie den Tag um mal mit ihren Bewohner Kekse zu dekorieren. D.h. Backen Sie heute Kekse, welche Sie dann bunt dekorieren.

Baked Alaska Day



Baked Alaska Day

Nehmen Sie Ihr Kind in die Bibliothek Day



Nehmen Sie Ihr Kind in die Bibliothek Day
  • Aktivierungsidee: Richten Sie in Ihrer Einrichtung ein Bibliothek ein, bzw. ermöglichen Sie eine Mobile Bibliothek welche zu den Bewohnern kommt.

Auto Insurance Day



Auto Insurance Day
  • Aufzählungsidee: Wortfindung mit dem Wort Auto: 
    • Nennen Sie Worte die mit Auto beginnen... 
    • Nennen Sie Worte die mit Auto enden...

Schlange Tag



Schlange Tag
  • Aktivierungsidee: Aufzählungsübung - Welche Schlangenarten kennen Sie?
  • Aktivierungsidee: Wortfindungen - Nennen Sie Worte die mit Schlange beginnen? Nennen Sie Wort die auf Schlange enden?

Ice Cream For Breakfast Day



Ice Cream For Breakfast Day
  • Aktivierungsidee: Erzählen Sie die Gedichte des Ice Cream For Breakfast Day und essen sie mit Ihren Teilnehmern ein Eis. Gesprächkreis über Art und Weise mit Krankenheiten umzugehen

Tag des Senf/ Mustard Day




Kurzbeschreibung: Hier finden die ersten Skizzen an Ideen für den Aktionstag: Tag des Senf/ Mustard Day. Dieser Tag ist jedes Jahr am 01. August...

Ein Cent Tag



Kurzbeschreibung: Hier finden Betreuungskräfte eigene Aktivierungsideen zu dem Aktionstag: Ein Cent Tag, welcher jedes Jahr am 01. April vor allem in der USA stattfindet. Warum Aktionstage auf einen Blog für Betreuungskräfte? - Einfach weil die ganzen unterschiedlich, internationalen Aktionstage die es gibt, sind eine fanatische Grundlage sind, um auf Ideen für die Seniorenarbeit zu kommen.

Inhalt des vollen Beitrags:

  • Beschreibung des Tages
  • 4 Ideen für die Beschäftigung

Sauerteigbrot Tag



Kurzbschreibung: Hier finden Betreuungskräfte eigene Aktivierungsideen zu dem Aktionstag: Sauerteigbrot Tag, welcher jedes Tag am 01. April stattfindet. Warum Aktionstage auf einen Blog für Betreuungskräfte? - Einfach weil die ganzen unterschiedlich, internationalen Aktionstage die es gibt, sind eine fanatische Grundlage sind, um auf Ideen für die Seniorenarbeit zu kommen.
 

Inhalt des vollen Beitrags:

  • Aktionstag Beschreibung
  • 4 Ideen für die Beschäftigung

Lesen ist Lustig Tag



Kurzbeschreibung: Hier finden Betreuungskräfte eigene Aktivierungsideen zu dem Aktionstag: Lesen ist Lustig Tag (Reading Is Funny Day), welcher immer am 01. April stattfindet. Warum Aktionstage auf einen Blog für Betreuungskräfte? - Einfach weil die ganzen unterschiedlich, internationalen Aktionstage die es gibt, sind eine fanatische Grundlage sind, um auf Ideen für die Seniorenarbeit zu kommen.

Inhalt des vollen Beitrags:

  • Aktionstag Beschreibung
  • 3 Ideen für die Beschäftigung

Aktionstag: Internationaler Tag des Taschenrechners



Aktionstag: Internationaler Tag des Taschenrechners

  • Eine Einheit mit Aufgaben die man mit einem Taschenrechner lösen muss
  • Rechen Sie die Posten auf Ihren Einkaufszettel mit einem Taschenrechner zusammen

Gestalten Sie eine Gedächtniseinheit wo Sie die Zahl sagen und Ihre Teilnehmer sollen diese in Buchstaben aufschreiben


Worte mit Zahlen (überkopf)

Tiefer Friede von Frank Wedekind


Tiefer Friede


Die Tage verblassen, die Stunden zergehn,
Die Waffen rasten und rosten;
Ich bin von vorn und von hinten besehn
Ein armer verlorener Posten.

Es kreisen die Dohlen, es kriecht das Gewürm,
Die Menschen hassen und lieben;
Ich bin wie ein alter Regenschirm
In Gedanken stehengeblieben.

Staub deckt meine Falten, es wackelt der Knauf,
Es wankt das Skelett unterm Knaufe;
Ich wollte, des Schicksals Hand spannte mich auf
Und hielte mich unter die Traufe.

Frank Wedekind (1864 - 1918)

Ottilie von Ferdinand von Saar


Ottilie


Es hat der ernste Gang der Jahre
Dein Antlitz leise schon gekerbt
Und dir die dunkelbraunen Haare
Zu mattem Silber fast entfärbt.

Doch hold und schlank sind noch die Glieder,
Die du so leicht im Gange regst,
Und reich hängt deine Flechte nieder,
Wenn du sie tief im Nacken trägst.

Und Stunden gibt es, wo die ganze
Zurückhängende Jugend bricht
Aus deinem Aug mit scheuem Glanze,
Der von verlornem Leben spricht.

Dann will es schmerzlich mich durchsprühen,
Und küssen möcht ich deinen Mund!
Du fühlst es, und mit sanftem Glühen
Erbebst du tief im Herzensgrund.

So bebt des Herbstes letzte Traube,
Vergessen von des Winzers Hand,
Mit letzter Glut im fahlen Laube,
Wenn sie ein später Wandrer fand.

Ferdinand von Saar (1833 - 1906)

Die Alten von Theodor Storm


Die Alten


Wenn man jung ist und modern,
möchte man natürlich gern
alles neu und umgestalten,
doch, wer meckert dann? Die Alten!

Will dynamische Ideen
endlich man verwirklicht sehen,
zieh'n sich sorgenvolle Falten;
ja, so sind sie, unsere Alten!

Krieg und Elend, Hungersnot;
manchen Freundes frühen Tod;
doch sie haben durchgehalten,
ja, das haben sie, die Alten!

Was sie unter Müh' und Plagen
neu erbaut in ihren Tagen,
wollen sie jetzt gern erhalten:
Habt Verständnis für die Alten!

Bändigt Eure jungen Triebe,
zeigt den Alten Eure Liebe,
laßt Euch Zeit mit dem Entfalten,
kümmert Euch um Eure Alten!

Wozu jagen, warum hetzen?
Nach den ewigen Gesetzen
ist die Zeit nicht aufzuhalten.
Plötzlich seid Ihr dann die Alten!

Und in Euren alten Tagen
hört Ihr Eure Kinder klagen;
ach, es ist nicht auszuhalten,
immer meckern diese Alten!

Ja, des Lebens Karussell
dreht sich leider viel zu schnell;
drum sollten sie zusammenhalten,
all die Jungen und die Alten!

Theodor Storm (1817 - 1888)

Dreiste Blicke von Joachim Ringelnatz


Dreiste Blicke


Über die Knie
Unter ein Röckchen zu schaun -–
Wenn sie doch das und die
Haben, die schönen Fraun!

Über einen öffnenden Saum
In Täler zwischen Brüstchen
Darf Blick wie stiller Traum
Stürzen sein Lüstchen.

Sollen doch Frauen auch
So blicken, – nicht schielen –
Wenn Arm, Popo und Bauch
In Fältchen spielen.

Nimm, was der Blick dir gibt,
Sei es, was es sei.
Bevor sich das selber liebt,
Ist's schon vorbei.

Joachim Ringelnatz (1883 - 1934)

Herbst Lebensabend von Friedrich Rückert


Herbst Lebensabend


Du, dieses Jahres Abend, Herbst,
Sei meines Lebensabends Bild!
Wie langsam du den Hain entfärbst,
Und deine Sonn' ist frühlingsmild:
Es lacht das grünende Gefild'
Tief im Oktober ohne Frost,
Und in der Traube schwillt der Most,
Wie in der Brust Begeist'rung schwillt.

Friedrich Rückert (1788 - 1866)

Selbsttäuschung von Johann Gabriel Seidl


Selbsttäuschung


"Bist geworden älter,
Bist geworden kälter!"
Sag' ich oft zu mir;
"Laß es dich nicht grämen,
Nicht den Mut dir lähmen,
Kannst ja nicht dafür!

Jeder Tag verglühet,
Jeder Lenz verblühet,
Jede Stimme bricht,
Jede flücht'ge Stunde
Schlägt uns eine Wunde:
Wir nur merken's nicht.

Erst wenn tausend bluten,
Will es uns gemuten,
Daß die Kraft doch litt;
Stein und Erz verwittert,
Eich' und Zeder splittert,
Und wir altern mit." –

Das fühl' ich mit Schmerzen
Oft so klar im Herzen,
Bin so ernst, so still,
Daß ich einen Schleier
Über meine Leier
Scheidend breiten will. –

Und doch – wenn ich wieder
Hoch von Alpen nieder
Ausblick' in die Welt;
Wenn ich in das Blaue
Schwindelnd aufwärts schaue,
Das der Mond erhellt;

Wenn aus heil'gen Hallen
Orgelklänge schallen,
Wenn der Wildbach braust;
Wenn die Wolkenfalten
Blaue Blitze spalten;
Wenn der Hochwald saust;

Wenn ich, froher Dinge,
Freundesbrust umschlinge,
Mensch mit Menschen bin;
Wenn's in muntren Kreisen
Schallt von kräft'gen Weisen,
Dann erwacht mein Sinn.

Dann wohl fühl' ich's schlagen
Wie in frühern Tagen,
Manches meldet sich;
Und das Aug' wird heller,
Und der Puls wird schneller,
und ich fühle mich.

Und mir sagt's ein Sehnen:
"Laß solch eitles Wähnen;
Bist nicht, was du scheinst!
Du wardst noch nicht älter,
Du wardst noch nicht kälter,
Bist noch jung wie einst!"

Johann Gabriel Seidl (1804 - 1875)

Alter von Friedrich Theodor von Vischer


Alter


Geschlagen
Hat mich das Alter und ich verstehe,
Was ich sonst nur obenhin verstand,
Wie es gemeint ist, wenn man redet
Von müden Greisen.

Müde vor allem sind mir die Beine
Und nach wenig Morgenbewegung
Freu ich mich auf das Mittagsschläfchen.

Nicht gelüstet mich's, mitzueilen,
Wenn, von Trompetenschmettern gelockt,
Nach des festlichen Aufzugs Schauspiel
Neugierselig die Menge strömt,
Wenn sie am Felsberg atmend aufklimmt,
Wo auf dem Gipfel die Rundsicht winkt.

Und der Geist, wie steht es um ihn?
Müd ist geworden, müd auch er,
Müde der Täuschung.

Eine nur, eine noch ist geblieben.
Nimmer so lang ich noch Atem hole,
Nimmer, nimmer schwinde sie mir,
Die hohe Täuschung, der wahrheitsvolle,
Heilige Wahn, daß Götter leben!

Friedrich Theodor von Vischer (1807 - 1887)

Die Jungen und Der Alte von Ludwig Anzengruber


Die Jungen und Der Alte

Die Wirklichkeit wenig bekannt ist.
Der Frühling ist Winters arglistiger Trug,
Im Wein steckt nicht Wahrheit noch Rebe,
Das Weibergeschlecht ist auch heuttags zu klug,
Daß Herz gegen Herze es gebe!

Die Jungen sprechen:

Verehrter Kollege, Ihr selber nur schwärmt:
Ihr schmähet den Lenz, weil Ihr kalt seid,
Den goldenen Wein, der Euch nimmer erwärmt,
Die Frauen, für die Ihr zu alt seid!
Wir beugen ergebenst uns mit Reverenz
Vor solcher erhabener Tugend,
Doch singen die Liebe, den Wein und den Lenz
Wir fürder der fröhlichen Jugend.
Ei, lasset's in rüstigern Tagen doch auch,
Zu müh'n Euch um Nachwuchs an Jungen;
Wenn er einmal abstirbt der löbliche Brauch,
So haben wir bald ausgesungen!

Der Alte:

Ei, merktet ihr denn nicht am zwinkernden Aug',
Daß ich euch nur schraubte, ihr Herren,
Und anderes besser zu predigen taug'
Als wie der Enthaltsamkeit Lehren?!
Wenn ringsum die Lande im sonnigen Schein,
Dann lasset in fächelnder Lauben
Mich sitzen, den funkelnden Römer voll Wein, –
Doch sei es ein Trank auch aus Trauben! –
Und schafft mir ein Mädchen an Seite, das lacht
Zum Kusse von bärtigem Munde,
Und wenn mich das alles nicht jung wieder macht,
Mögt ihr mich begraben zur Stunde!

Ludwig Anzengruber (1839 - 1889)

Länder und Seen von Peter Baum


Länder und Seen

Länder und Seen durchschwommen
Brünstig allen Fernen.
Wittre nun in den Nächten
Nach Ländern über Sternen.

Als ich ein Kind war,
Glänzte so weit mein Teich,
Hinter jedem Wipfel
Grünte ein Zukunftsreich.

Stützt zu Berg mich, Söhne,
Dicht in meine Nähe,
Daß ich noch einmal
Die kleine Erde sehe.

Peter Baum (1869 - 1916)

Ich lebe nun von Friedrich Rückert


Ich lebe nun

Ich lebe nun mein Leben in Gedanken,
Lebendiger als in der Tat es war,
Gehoben seh' ich Hemmungen und Schranken,
Hinweggeräumt Verlockung und Gefahr:
Daß doch so gut es ging, Gott muß ich's danken,
Nicht besser konnt' es gehn, viel schlimmer gar.

Friedrich Rückert (1788 - 1866)

Nicht veraltet ist der Alte! von Joachim Dietrich Brandis


Nicht veraltet ist der Alte!

Nicht veraltet ist der Alte!
Manche Narbe, manche Falte
Schrieb die Zeit in ihren Grillen,
Wider des Bewohners Willen,
Oft mit schwerer Hand
An die äußre Wand.

In dem Innern stört den Alten
Nicht der Polygraphin Walten!
Keine Reue soll ihm wehren,
Froh den letzten Kelch zu leeren,
Den die Liebe kränzt,
Hoffnung ihm kredenzt!

Joachim Dietrich Brandis (1762 - 1846)

Rückblick von Eduard von Bauernfeld


Rückblick


Und so sind sie hingeschwunden,
Jahre, voll von Leid und Glück,
Tief im Innersten empfunden –
Lächelnd schau ich jetzt zurück.

Jugendgärung ist vorüber,
Fühle Ruhe, fühle Kraft;
Doch die Unruh' war mir lieber,
Die nur einzig zeugt und schafft!

Eduard von Bauernfeld (1802 - 1890)

Ein Balg von Ada Christen


Ein Balg


Die alte Frau hat ein hartes Gesicht,
Doch kluge, sanfte Augen,
Die wenig mehr beim Pfenniglicht
Und nicht zum Weinen taugen.

Sie war ein Balg … Als Findelkind
Verlass'ner als die Armen,
Bat weder Herren noch Gesind
Um Futter und Erbarmen.

Sie griff fest zu und schaffte stramm
Wie ehrbar ernste Leute,
Daß nie sie Unverdientes nahm
Erfreut das Weib noch heute.

Sie zeigt auch jetzt mit Bauernstolz
Erdarbte Talerscheine:
"Die sind mein unverbranntes Holz,
Meine ungetrunknen Weine…

Die sind mein ungegessenes Brot,
Auf jedem steht geschrieben:
Ein Alter ohne Schand' und Not…
Und was mir Gott schuldig geblieben."

Ada Christen (1839 - 1901)

Die Greisin von Rainer Maria Rilke


Die Greisin


Weiße Freundinnen mitten im Heute
lachen und horchen und planen für morgen;
abseits erwägen gelassene Leute
langsam ihre besonderen Sorgen,

das Warum und das Wann und das Wie,
und man hört sie sagen: Ich glaube –;
aber in ihrer Spitzenhaube
ist sie sicher, als wüßte sie,

daß sie sich irren, diese und alle.
Und das Kinn, im Niederfalle,
lehnt sich an die weiße Koralle,
die den Schal zur Stirne stimmt.

Einmal aber, bei einem Gelache,
holt sie aus springenden Lidern zwei wache
Blicke und zeigt diese harte Sache,
wie man aus einem geheimen Fache
schöne ererbte Steine nimmt.

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

Kleine, wenn wir alt geworden … von Rudolf Presber


Kleine, wenn wir alt geworden …


Kleine, wenn wir alt geworden,
Hat das Leben uns getrennt –
Du im Süden, ich im Norden,
Wo den andern keiner kennt.
Deine Taille nicht mehr zierlich,
Deine Rosenwangen blaß,
Und behäbig-reputierlich
Handelst du mit irgendwas.
Ich – von mancher Lebensschlappe
Schon gekerbt und wenig froh –
Trage meine Aktenmappe
Auf ein dämliches Bureau.

Kleine, wenn wir alt geworden,
Gibt sich unser leichter Sinn;
Und ich kriege einen Orden,
Weil ich so manierlich bin.
Und was dir das Herz entflammte
Ist verweht nach froher Frist,
Und es führt zum Standesamte
Dich ein Steuerakzessist.
Und du liest in deinem Blättchen, –
Abends liegt es vor der Tür, –
Daß ich Lieder und Sonettchen
Manchmal dichte noch, wie früh'r.

Kleine, wenn sich Blüt' auf Blüte
In die Haare steckt der Mai,
Klingt ein Echo durchs Gemüte
Und die Brust wird jung und frei.
Wenn die Kinder längst entschliefen,
Und der Alte sitzt beim Skat,
Blätterst du in gelben Briefen –
Aber nicht vom Steuerrat;
Holst du dir die Liederbände,
Die ich zärtlich damals schrieb;
Und ich halte deine Hände,
Und du hast mich wieder lieb.

Kleine, höre was ich künde,
Sieh mich lächelnd an dabei:
Eine ew'ge große Sünde
Ist der holde Monat Mai.
Trotzend Muckern und Zeloten
Raubt sich keck der Liebe List,
Was auf Erden so verboten
Und was, ach, so himmlisch ist.
Denn wie wär' in dürren Tagen,
Schneebedrückt und sorgenschwer,
Wohl der Winter zu ertragen,
Wenn kein Mai gewesen wär?

Stunden, ach, zum Teufelholen
Schleppt das Leben noch heran,
Aber aus verrauschten Bowlen
Mild erinnernd düftet's dann.
Und auf gelben Blättern lesen
Wir, wie einst der Puls uns schlug.
Da wir keck und jung gewesen
Und die Stirne Kränze trug.
Ob den Frohsinn zu ermorden
Uns ins Herz die Sorge kroch,
Kleine, wenn wir grau geworden,
Atmet unser Frühling noch!

Rudolf Presber (1868 - 1935)

An A. von Binzer von Chlodwig Carl Viktor Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst


An A. von Binzer


Den frohen Sinn der Jugend zu erhalten,
Wenn auch das Alter schon die Locken bleicht,
Das ist's, was jeder wünscht, doch schwer erreicht,
Weil nur dem Glücklichen es vorbehalten.

Ob wir nun fröhlich mit den Stunden schalten,
Ob ihr phlegmatisch durch die Tage schleicht,
Und ob's im Busen stürmet oder schweigt,
Es muß das Herz doch nach und nach erkalten.

Doch seh' ich Dich, so schwindet all mein Zagen;
Denn ungebeugt im Kampfe mit der Welt
Hast Du das Alter aus dem Feld geschlagen.

Wer sich den Mut in diesem Kampf erhält,
Der bleibt, mag auch das Herz ihm leiser schlagen,
Von ew'ger Jugend Sonnenschein erhellt.

Chlodwig Carl Viktor Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1819 - 1901)

Amarylle von Otto zur Linde


Amarylle


Oh stille Amarylle,
Du blühst, wenn Herbst schon leer.
Von Frucht- und Blütenfülle
Bliebst du mir und nichts mehr.

Ich trug dich in mein Zimmer,
Balkon war schon zu kalt.
Leucht Sommers letzten Schimmer
Du mir. Das Jahr ist alt.

Und alt ist auch mein Herz schon,
Und weiß ist schon mein Haar.
Sei du mein letzter Herbstlohn –
Stumm, traurig. Und was mir war

An Herzblühn und Geistfruchtzeit,
Ist abgewelkt, wurmtaub.
Auf Schmerz und Mühn und Sucht streut
Enttäuschung totes Laub.

Ach wenn auf meinem Grab nur
Die stille Flamme ständ!
Oh Amaryll, ich hab nur
Das Licht, das jenseits brennt.

Otto zur Linde (1873 - 1938)

Jugendsonne von Balder vom Berge


Jugendsonne

Denk' an deine Jugendsonne,
wenn dich's in der Seele friert;
träum von Jugendglück und Wonne,
wenn es Herbst im Herzen wird.

Strömt der Sonne Strahlenquelle
auch nur einen Augenblick: –
bleibt ihr Glanz in Herz und Seele
doch noch lange Zeit zurück!

Träumst du auch nur für Sekunden
von dem Glück, das längst dahin: –
ist dir gleich der Traum entschwunden,
lang' glüht dir sein Bild im Sinn.

Schmückst mit Blumen neu die Liebe,
suchst des Freundes treue Brust
gleich, als ob sie ewig bliebe,
quillt des Geistes Götterlust.

Denk' an deine Jugendsonne,
und du fühlst dich neu entzückt;
und du singst in Glück und Wonne
Lieder, die dich einst beglückt.

Balder vom Berge

Nach Puppen von Abraham Gotthelf Kästner


Nach Puppen

Nach Puppen wird das Kind sich sehnen,
Der muntre Jüngling nach der Schönen,
Der Ruhm erhitzt des Mannes Fleiß,
Und Gold begehrt der matte Greis.
Bei so veränderlichen Trieben,
Wer wird sein wahres Glücke lieben?
Nur der, der Schöne, Ruhm und Geld
Für Puppen der Erwachsnen hält.

Abraham Gotthelf Kästner (1719 - 1800)

Bekenntnis von Theodor Fontane


Bekenntnis


Ich bin ein unglückselig Rohr:
Gefühle und Gedanken
Seh' rechts und links, zurück und vor,
In jedem Wind, ich schwanken.

Da liegt nichts zwischen Sein und Tod,
Was ich nicht schon erflehte:
Heut bitt' ich um des Glaubens Brot,
Daß morgen ich's zertrete.

Bald ist's im Herzen kirchenstill,
Bald schäumt's wie Saft der Reben,
Ich weiß nicht, was ich soll und will, –
Es ist ein kläglich Leben!

Dich ruf' ich, der das Kleinste du
In deinen Schutz genommen,
Gönn meinem Herzen Halt und Ruh,
Gott, laß mich nicht verkommen;

Leih mir die Kraft, die mir gebricht,
Nimm weg, was mich verwirret,
Sonst lösch es aus, dies Flackerlicht,
Das über Sümpfe irret!

Theodor Fontane (1819 - 1898)

Die Sanduhr von Paul Ernst


Die Sanduhr

Die Sanduhr rinnt, die Zeit verrinnt,
Es rinnt der Sand, es rinnt der Sand.
Vor vielen Jahren war ich Kind:
Wo ist denn nun mein Vaterland?

Ich habe viel gedacht, gefühlt;
Das ist mir fern, so weit, so weit.
Ich habe lange wohl gespielt,
Und unaufhörlich rinnt die Zeit.

Ich sehe alles nun so klein,
Im Kleinen ist wohl Leid und Streit.
Das alles war ja früher mein,
Nun aber kommt die Ewigkeit.

Paul Ernst (1866 - 1933)

Das Alter von Gotthold Ephraim Lessing


Das Alter


Nach der 11ten Ode Anakreons

Euch, lose Mädchen, hör ich sagen:
– Du bist ja alt, Anakreon.
Sieh her! du kannst den Spiegel fragen,
Sieh, deine Haare schwinden schon;
Und von den trocknen Wangen
Ist Blüt und Reiz entflohn. –
Wahrhaftig! ob die Wangen
Noch mit dem Lenze prangen,
Wie, oder ob den Wangen
Der kurze Lenz vergangen,
Das weiß ich nicht; doch was ich weiß,
Will ich euch sagen: daß ein Greis,
Sein bißchen Zeit noch zu genießen,
Ein doppelt Recht hat, euch zu küssen.

Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781)

Das Alter von Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff


Das Alter


Hoch mit den Wolken geht der Vögel Reise,
Die Erde schläfert, kaum noch Astern prangen,
Verstummt die Lieder, die so fröhlich klangen,
Und trüber Winter deckt die weiten Kreise.

Die Wanduhr tickt, im Zimmer singet leise
Waldvöglein noch, so du im Herbst gefangen.
Ein Bilderbuch scheint alles, was vergangen,
Du blätterst drin, geschützt vor Sturm und Eise.

So mild ist oft das Alter mir erschienen:
Wart nur, bald taut es von den Dächern wieder
Und über Nacht hat sich die Luft gewendet.

Ans Fenster klopft ein Bot' mit frohen Mienen,
Du trittst erstaunt heraus – und kehrst nicht wieder,
Denn endlich kommt der Lenz, der nimmer endet.

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857)

Eure Rätsel von Hanns Freiherr von Gumppenberg


Eure Rätsel

Eure Rätsel, dichtversponnene Büsche,
Bald nun sind sie wieder gelöst, wenn spottend
Pfeift der Wind durch die leergeschüttelten Zweige!
Wenig seid ihr selbst: doch flochtet ihr flüsternd
Ein Geheimnis magisch dämmernder Schatten
Um die Triebe schwärmender Sommerpärchen!
Satt sind nun die Hungrigen, die ihr hegtet
Euer Werk ist getan – und rauh in die Gosse
Fegt den dürren Rest das knochige Kehrweib.

Hanns Freiherr von Gumppenberg (1866 - 1928)

Aus dem gebrochnen Herzen von Heinrich Heine


Aus dem gebrochnen Herzen 

Aus dem gebrochnen Herzen fühl ich fließen
Mein heißes Blut, ich fühl mich ermatten,
Und vor den Augen wird mir's trüb und trüber.
Und heimlich schauernd sehn ich mich hinüber
Nach jenem Nebelreich, wo stille Schatten
Mit weichen Armen liebend mich umschließen.

Heinrich Heine (1797 - 1856)

Einem Greise von Nikolaus Lenau


Einem Greise


Das Haar schneeweiß,
Die Wangen so hohl,
Bald, bald Lebwohl;
Und noch die Stirne so heiß?

Dein Schifflein stoßt
Schon ins Meer, zum Land
Streckst du die Hand
Noch, überhangend, zum Trost;

Zum Trost und Genuß,
Um Hab und Halt,
Und bist schon so alt:
O, daß man sterben muß!

Zieh ein die Hand!
Den Blick hinaus
Ins Meer! nach Haus!
Denk an den ewigen Strand!

Nicht scheide so schwer;
Wenn du rückverlangst
Und überhangst,
So sinkst du hinab ins Meer.

Nikolaus Lenau (1802 - 1850)

Zu glücklich von Giacomo Graf Leopardi


Zu glücklich

Zu glücklich und zu heiter
Wär' unser Los auf Erden,
Wenn unsre Jugendzeit, wo doch noch Wonnen,
Wenn auch aus Leidensbronnen,
Erglühn, andauerte durchs ganze Leben.

Zu mild wär' der Beschluß auch
Der Götter, der zum Tod verdammt das Leben,
Wenn nicht auch noch des Lebens letzte Hälfte
Zuvor uns düstrer machte
Das Schicksal, als den Tod, vor dem wir beben.

Als würdige Erfindung
Unsterblich weiser Geister
Und letztes Übel gaben uns die Götter
Das Alter, wo die Sehnsucht
Noch währet, doch vernichtet ist die Hoffnung,
Versiegt der Born der Lust, das Maß der Leiden
Erfüllt bis an den Rand, erschöpft die Freuden.

Giacomo Graf Leopardi (1798 - 1837)

Die Jahre von Johann Wolfgang von Goethe


Die Jahre


Die Jahre sind allerliebste Leut:
Sie brachten gestern, sie bringen heut,
Und so verbringen wir Jüngern eben
Das allerliebste Schlaraffenleben.
Und dann fällt's den Jahren auf einmal ein,
Nicht mehr wie sonst bequem zu sein,
Wollen nicht mehr schenken, wollen nicht mehr borgen
Sie nehmen heute, sie nehmen morgen.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Das Wiedersehen von Friedrich Gottlieb Klopstock


Das Wiedersehen


Der Weltraum fernt mich weit von dir,
So fernt mich nicht die Zeit.
Wer überlebt das Siebzigste
Schon hat, ist nah bei dir.

Lang sah ich, Meta, schon dein Grab,
Und seine Linde wehn;
Die Linde wehet einst auch mir,
Streut ihre Blum' auch mir,

Nicht mir! Das ist mein Schatten nur,
Worauf die Blüte sinkt;
So wie es nur dein Schatten war,
Worauf sie oft schon sank.

Dann kenn' ich auch die höhre Welt,
In der du lange warst;
Dann sehn wir froh die Linde wehn,
Die unsre Gräber kühlt.

Dann... Aber, ach, ich weiß ja nicht,
Was du schon lange weißt;
Nur daß es, hell von Ahndungen,
Mir um die Seele schwebt!

Mit wonnevollen Hoffnungen
Die Abendröte kommt:
Mit frohem, tiefen Vorgefühl
Die Sonnen auferstehn!

Friedrich Gottlieb Klopstock (1724 - 1803)

Ein schönes Alter von Friedrich Martin von Bodenstedt


Ein schönes Alter 

Ein schönes Alter ist des Lebens Krone;
Nur dem, der sie verdient, wird sie zum Lohne!
Wer lange trug des Daseins schwere Bürde
Und alt sein Haupt noch aufrecht hält mit Würde,
Gibt dadurch Zeugnis, daß er seinem Leben
Von Jugend auf den rechten Halt gegeben.

Friedrich Martin von Bodenstedt (1819 - 1892)

Nehmt ab von Rudolf Baumbach


Nehmt ab mir dreißig Jahre,
Dazu die grauen Haare
Und meinen Hofratsbauch,
So laß ich euch die Mittel
So laß ich euch die Titel
Und meinen Lorbeer auch.

Rudolf Baumbach (1840 - 1905)

Lebens Mitte von Dante Alighieri


Lebens Mitte

Als unseres Lebens Mitte ich erklommen,
befand ich mich in einem dunklen Wald,
Da ich vom rechten Wege abgekommen.
Wie schwer ist's, zu beschreiben die Gestalt
Der dichten, wilden dornigen Waldeshallen
Die, denk ich dran, erneurn der Furcht Gewalt!

Dante Alighieri (1265 - 1321)

Spruch des Alters 2 von Theodor Storm


Spruch des Alters 2


Dein jung Genoß in Pflichten
Nach dir den Schritt tät richten.

Da kam ein andrer junger Schritt,
Nahm deinen jung Genossen mit.

Sie wandern nach dem Glücke,
Sie schaun nicht mehr zurücke.

Theodor Storm (1817 - 1888)

Der alte Kater und die junge Maus von Jean de La Fontaine


Der alte Kater und die junge Maus


Ein junges Mäuschen, fast ein Kind noch, wollt' es wagen,
'nes alten Katers Herz zu rühren durch ihr Klagen
und Flehn, und bat daher den alten Mäusegraus:
"Laß mich am Leben! Ist 'ne Maus
von meiner Größ' und meinem Magen
denn eine Last für solch ein Haus?
Meinst du vielleicht, ich hungre aus
den Wirt samt Wirtin und Gesinde?
Ein Körnchen Weizen ist mein Schmaus,
fett macht mich eine Käserinde.
Jetzt bin ich mager; drum wart nur noch ein'ge Zeit,
deiner Nachkommenschaft steh' ich zum Mahl bereit."
So sprach die Maus, als sie der Kater fing."Dich halt ich",
sagt' jener, "und du irrst gewaltig!
Wer bin ich, daß du so mit mir zu reden wagst?
Das nützt dir ebenso, als ob du's einem Tauben sagst.
Ein alter Kater und Begnad'gung? Welch Ansinnen!
Nach unsrem Brauch - du kennst ihn doch? -
stirbst du. Marsch! Gleich ins schwarze Loch!
Klag's den drei Schwestern, die dort spinnen!
Für meine Kinder gibt's genug zu fressen noch."
Wort hielt er. Fragt ihr, was an kalter
und trockener Moral die Fabel bringt zu Tag?

Die Jugend schmeichelt sich, daß alles sie vermag;
stets unbarmherzig ist das Alter.

Jean de La Fontaine (1621 - 1695)

In einer Herbstnacht einsam sitzend von Wang Wei


In einer Herbstnacht einsam sitzend


Einsam sitzend, bekümmert ob der grauen Schläfen,
Im leeren Zimmer ersehn ich die zweite Nachtwache.
Wilde Beeren fallen im Rauschen des Regens,
Unter der Lampe zirpt eine Heuschrecke.
Des Schopfs Ergrauen ist schließlich unumkehrbar,
Das Lebenselixier hat niemand je zustandegebracht,
Wer wissen will, was Krankheit und Alter überwindet,
Der muß sich allein dem Ungeborenen widmen.

Wang Wei (699 - 759)

Die Schildkrökröte von Christian Morgenstern


Die Schildkrökröte


Ich bin nun tausend Jahre alt
Und werde täglich älter;
Der Gotenkönig Theobald
Erzog mich im Behälter.

Seitdem ist mancherlei geschehn,
Doch weiß ich nichts davon;
Zur Zeit, da läßt für Geld mich sehn
Ein Kaufmann zu Heilbronn.

Ich kenne nicht des Todes Bild
Und nicht des Sterbens Nöte:
Ich bin die Schild ich bin die Schild
Ich bin die Schild krö kröte.

Christian Morgenstern (1871 - 1914)

Mensch und Zeit von Friedrich Notter


Mensch und Zeit


Es schwinden die alten, vertrauten Gesichter,
Die lange gegrüßten allmählich dem Blick;
Es welken, es weichen ermattet die Hände,
Die mit uns gewoben am Erdengeschick.
Und Mienen von Fremdlingen, dichter und dichter,
Umdrängen beirrend die sehnende Brust:
Wo seid ihr, ihr Wege, ihr traulichen Wände,
Die um unser Kindheit Geheimnis gewußt?
O Duft der Vergangenheit, zartes Gespinste,
Gehängt ob des Herrwegs brausendem Gang,
Was bist du, wenn rasch mit zerreißendem Schlage
Der Gegenwart Pfeil deine Weben durchdrang?
So schwinde der Ferne sanft blauende Dünste
Dem Auge, das nachkommt, dem Wunderrevier:
O Zeit du, o Mutter der wandelnden Tage,
Was sind wir, der Ewigkeit Sucher, vor dir?

Friedrich Notter (1801 - 1884)

Alter von Ferdinand von Saar


Alter


Das aber ist des Alters Schöne,
daß es die Saiten reiner stimmt,
daß es der Lust die grellen Töne,
dem Schmerz den herbsten Stachel nimmt.

Ermessen läßt sich und verstehen
die eigne mit der fremden Schuld,
und wie auch rings die Dinge gehen,
du lernst dich fassen in Geduld.

Die Ruhe kommt erfüllten Strebens,
es schwindet des verfehlten Pein -
und also wird der Rest des Lebens
ein sanftes Rückerinnern sein.

Ferdinand von Saar (1833 - 1906)

Cordoba von Georg Rodolf Weckherlin


Cordoba


Wer will vergnüglich alten,
soll mit niemand Feindschaft,
mit jedermann Freundschaft,
mit wenigen Gemeinschaft,
mit vielen Kundschaft halten
und lassen Gott dann walten.

Georg Rodolf Weckherlin (1584 - 1653)

Mich frug mein Freund von Ibn Hazm


Mich frug mein Freund

Mich frug mein Freund, wie viele Lebensjahre
bereits auf meinen Schultern ruhten?
Ich sprach: "Im besten Falle zwei Minuten."
Er wies bestürzt auf meine weißen Haare.

Da sagte ich: "Wir müssen klar erkennen,
wie sich verteilt des Lebens Wert und Maß.
Ich küßte einmal so, daß ich es nie vergaß...
Den Rest des Erdenseins kann ich nicht Leben nennen..."

Ibn Hazm (993 - 1064)

Mit vierzig Jahren von Friedrich Rückert


Mit vierzig Jahren


Mit vierzig Jahren ist der Berg erstiegen,
wir stehen still und schaun zurück.
Dort sehen wir der Kindheit stilles liegen
und dort der Jugend lautes Glück.

Noch einmal schau, und dann gekräftigt weiter
erhebe deinen Wanderstab!
Hindehnt ein Bergesrücken sich, ein breiter,
und hier nicht, drüben gehts hinab.

Nicht atmend aufwärts brauchst du mehr zu steigen,
die Ebne zieht von selbst dich fort;
dann wird sie sich unmerklich mit dir neigen,
und eh du's denkst, bist du im Port.

Friedrich Rückert (1788 - 1866)

Sind ein Paar kalter von Friedrich Rückert


Sind ein Paar kalter

Sind ein Paar kalter
Freunde Winter und Alter:
Winter schröpfend,
Alter erschöpfend;
Winter zwackend,
Alter plackend;
Winter pustend,
Alter hustend;
Winter geht,
Alter steht:
Gerne wär' ich der beiden quitt,
nähme Winter das Alter mit.

Friedrich Rückert (1788 - 1866)

Man wird nicht besser von Theodor Fontane


Man wird nicht besser 

Man wird nicht besser mit den Jahren –
wie sollt es auch? Man wird bequem
und bringt, um sich die Reu' zu sparen,
die Fehler all in ein System.

Das gibt dann eine glatte Fläche,
Es rutscht sich unbehindert fort
Und »allgemeine Menschenschwäche«
Wird unser Trost- und Losungswort.

Die Fragen alle sind erledigt,
Das eine geht, das andre nicht, –
Nur manchmal eine stumme Predigt
Hält uns der Kinder Angesicht.

Theodor Fontane (1819 - 1898)

Das Alter von Johann Wolfgang von Goethe


Das Alter


Das Alter ist ein höflich' Mann:
Einmal übers andre klopft er an;
Aber nun sagt niemand: Herein!
Und vor der Türe will er nicht sein.
Da klinkt er auf, tritt ein so schnell,
Und nun heißt's, er sei ein grober Gesell.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Liebeserklärung von Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach


Liebeserklärung


– – Ich gedachte,
Wie mit der Zeit sich stets der Kreis erweitert,
In dem ich sucht und fand mein reinstes Glück:
Wie manches neue kleine Wesen kam,
Das einen Platz erstrebte zwischen uns
Und ihn erhielt und jedes obendrein
Bei seinem Eintritt auch mein ganzes Herz,
Das ganze Jedes – henkt die Mathematik!
Denn immer noch ein ganzes bleibt mir übrig,
Es zu verschenken, wenn es wieder gilt.
Nicht protzen möcht ich, aber solcher Reichtum
Ist unerhört in meinen hohen Jahren.
Ich dank ihn euch, so seid mir denn bedankt,
Ihr Großen und ihr Kleinen, Fernen, Nahen.
Durch meiner Liebe, eurer Liebe Kraft
Begiebt an mir ein schönes Wunder sich:
"Die Kinderlose hat die meisten Kinder."

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916)

Nie wirst du von Michael Beer


Nie wirst du

Nie wirst du das Glück erhaschen,
Wenn du die Gunst des Augenblicks nicht ehrst.
Die Freude mißt sich nicht nach Ewigkeiten,
Es ist der Augenblicke flücht'ges Kind,
Und rasch, wie sie entstand, entflieht die Lust.
Sie ist ein selt'ner Gast des düstern Lebens,
Drum eile, sie mit heiterm Blick zu fesseln,
Wenn sie auf ros'gem Fittich sich dir naht.

Michael Beer (1800 - 1833)

Glück von A. de Nora


Glück


Die Beute meines Glücks war arm,
Und dennoch war ich reich genug;
So reich als einer, der im Arm
Des Schicksals schönste Schätze trug.

Denn was mein Glück so groß gemacht
Und ihm so goldnen Schimmer lieh
Und es umwob mit Märchenpracht,
War – meine Kinderphantasie.

Vielleicht war alles, was ich fand
Und selig heimwärts trug im Schoß,
Nur leeres Spielzeug, Flittertand,
Und bunte kalte Kiesel bloß.

Doch all das nahm ich wie ein Kind
Für Perlen und Dukatenstück' –
Nicht was des Lebens Dinge sind,
Was sie uns gelten, ist das Glück!

A. de Nora (1864 - 1936)

Der Moment von Hermann Ritter von Lingg


Der Moment


Versprühn in Freudefunken muß
Ein langes Gramgeschick,
Zu Grunde gehn im Vollgenuß
Von einem Augenblick.

Es prägt kein Leben seine Spur
Der Welt auf ewig ein,
Wir können auf Momente nur
Vollkommen glücklich sein.

Wie leuchtend auch in höchster Pracht
Des Menschen Geist erglüht,
Er zeigt doch nur die tiefe Nacht,
In die er bald versprüht.

Hermann Ritter von Lingg (1820 - 1905)

Danach von Kurt Tucholsky


Danach


Es wird nach einem happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.
Man sieht bloß noch in ihre Lippen
den Helden seinen Schnurrbart stippen –
da hat sie nu den Schentelmen.
Na, un denn –?

Denn jehn die beeden brav ins Bett.
Na ja ... diß is ja auch janz nett.
A manchmal möcht man doch jern wissn:
Wat tun se, wenn se sich nich kissn?
Die könn ja doch nich imma penn ... !
Na, un denn –?

Denn säuselt im Kamin der Wind.
Denn kricht det junge Paar 'n Kind.
Denn kocht sie Milch. Die Milch looft üba.
Denn macht er Krach. Denn weent sie drüba.
Denn wolln sich beede jänzlich trenn ...
Na, un denn –?

Denn is det Kind nich uffn Damm.
Denn bleihm die beeden doch zesamm.
Denn quäln se sich noch manche Jahre.
Er will noch wat mit blonde Haare:
vorn doof und hinten minorenn ...
Na, un denn –?

Denn sind se alt.
Der Sohn haut ab.
Der Olle macht nu ooch bald schlapp.
Vajessen Kuß und Schnurrbartzeit –
Ach, Menschenskind, wie liecht det weit!
Wie der noch scharf uff Muttern war,
det is schon beinah nich mehr wahr!
Der olle Mann denkt so zurück:
wat hat er nu von seinen Jlück?
Die Ehe war zum jrößten Teile
vabrühte Milch un Langeweile.
Und darum wird beim happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.

Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

Die Insel von Kurt Tucholsky


Die Insel


Ich konnte kaum die Nacht erwarten,
nun war sie da.
Eintrat ich in den Liebesgarten –
und bin dir nah.

Die Skala der Gefühle spielen wir:
ein Duett.
Du exzellierst in allen Stilen –
adrett ... kokett ...

Scham. Abwehr. Weichen. Überfließen.
Ermattung. Schlaf.
Wie wir uns lose treiben ließen ...
Du schlummerst brav.

Der Morgen graut. Da rutscht die Zeitung
leis durch den Spalt.
Die böse Mittlerin, die Leitung –
Das Schlagwort knallt.

Im Dämmern les ich eine Zeile:
"Herr Müller spricht."
Hart tickt die Uhr in dummer Eile.
Wir bleiben nicht.

Wir treiben fort. In das Gerinsel
blick ich zurück.
Du gabst auf einer kleinen Insel
ein kleines Stundenglück.

Kurt Tucholsky (1890 - 1935, Freitod)

Briefwechsel von Detlev von Liliencron


Briefwechsel


Im Garten, heute morgen,
Als ich deinen Brief erbrach,
Fand ich drin verborgen
Ein Rosenblatt.
Ein Rosenblatt, deinen Locken entsunken.
Als ich es trunken
Mit den Lippen berührte,
Kam ein Windhauch und entführte
Den holden Gast.
Nun segelt es lustig zu dir zurück.
Gleich einer Krone trägt es mein Glück
Auf tiefrotem Samt – und erblaßt.

Detlev von Liliencron (1844 - 1909)

Ton der Zither von Melchior Meyr


Ton der Zither

Wie süß der Ton der Zither erklingt
Am nebligen Morgen!
Er weckt in mir ein Sehnen nach Glück
Und lieblichen Sorgen.

Des Lebens holde Freuden, sie stehn
So licht vor dem Herzen!
Da denk' ich der geschwundenen Zeit
Mit Trauer und Schmerzen.

So wenig Stellen auf weitem Gebiet,
Die freundlich mir lachen! –
Ich hätte können glücklicher sein –
Und glücklicher machen.

Melchior Meyr (1810 - 1871)

Für ein kurzes Glück von Siegfried Kapper


Für ein kurzes Glück


Kurz ist dein Glück, o Nachtigall,
Und traumhaft wie die Frühlingsnacht,
Die dir in süßem Widerhall
Die Liederbrust ertönen macht.

Doch wie's auch schnell vorüber zieht,
Mir zeigt's erst recht, wie arm ich bin! –
Ein kurzes Glück, – ein schönes Lied, –
Ich gäb' darum mein Leben hin!

Siegfried Kapper (1820 - 1879)

Ein Lämpchen von Ludwig Jacobowski


Ein Lämpchen

Ein Lämpchen aufgeglommen,
Solch Lämpchen, Glück, bist du:
Aus Nächten hergekommen,
Den Nächten geht es zu.

Es glüht vor deinen Schritten;
Herzklopfend bleibst du steh'n. –
Und ist vorbeigeglitten,
Eh' du es recht geseh'n. –

Ludwig Jacobowski (1868 - 1900)

Läuterung von A. de Nora


Läuterung


Das eine Glück, das große, wundervolle,
Das jedem Menschen einmal nur gegeben –
Die Leidenschaft, die echte, heiße, tolle,
Die jeder einmal nur erlebt im Leben –

Du wirst sie jetzt, mein liebes Kind, erfahren!
Durch Deine Seele wird sie wild gewittern
Und Dich erschüttern, und in langen Jahren
Nachklingend noch in Deinem Herzen zittern ...

Doch fühlen mußt Du sie! Es muß verbrennen
Das Herz einmal die Flügel an der Flamme,
Daß es sich nicht in eitlem Selbstverkennen
Zu hoch erhebe und zu tief verdamme!

A. de Nora (1864 - 1936)

Das fremde Glück von Anton Wildgans


Das fremde Glück


Von diesen kleinen Dingen leben wir,
Nicht von den großen, die so selten kommen:
Oft war's nur irgendein Reflex, der dir
Von einer Vase funkelnd aufgeglommen,
Oft ferne ein Akkord auf dem Klavier,
Vom Abend auf die Fittiche genommen.

Und neulich trat in meinen stillen Raum
Ein fremdes Glück und lächelte von Wangen
Zwei junger Menschen, die im frühen Traum
Der ersten Liebe hoffend noch befangen –
Und grüßte mich wie einen, den man kaum
Erkennt, weil schwere Zeit an ihm vergangen.

Laß sein, mein Herz, das noch von Jugend wirr
Und trunken ist, sich tätig aufzuschwingen –!
Kommt einst der Tag, an dem du müd und irr
Am eigenen Geschicke und Gelingen,
Vielleicht, daß dann das fremde Glück zu dir
Sich segnend neigt und lächelt deinem Ringen –

Denn später, wenn wir müde, leben wir
Nur mehr von solchen fremden lieben Dingen...

Anton Wildgans (1881 - 1932)

3 Ideen zum 1. April



Hier finden Betreuungskäfte (Seniorenbetreuung) eine Liste mit 3 Beschäftigungsideen für die Aktivierung von Senioren mit dem Thema 1. April. Also wenn Sie sich die Frage stellen: Was kann man alles rund um das Thema 1. April in der Seniorenarbeit machen? - Dann finden Sie hier eine Ideenliste...

Inhalt des vollen Beitrags:

  • 3 Beschäftigungsideen
  • Worte für die Umsetzung 
Bildquelle


Beschäftigungsideen zum 1. April


Information:

Wenn Sie eine Antwort auf die Frage: "Was kann man rund um das Thema 1. April in der Seniorenarbeit machen?"  suchen - dann können Sie in dieser Liste eine Antwort finden. - Das ist zumindest der Sinn der Liste
Wichtig: Fällt Ihnen auf, das eine oder mehrere Beschäftigungsideen zum Thema v fehlen - bitte hinterlassen Sie einen Kommentar um die Liste für alle Leser zu verweitere und zu verbessern - Danke

Ideen-Liste: 1 April




April, April
Von Spielefest bis Erdbeertag: 24 ausgearbeitete Motto-Tage und Aktionen für Pflegeeinrichtungen (Besondere Momente erleben) inkl. CD mit Kopie Vorlagen
In diesem Buch gibt es den Thementag: April, April mit dem Aktivierungsmaterial:
  • Aushang Idee April, April
  • Ablauf - Ziele, Veranstaltung, Hinweis, Räumlichkeiten, Ankündigung/ Einladung, Bewirtung, Umsetzung, Tipp
  • Gesprächsanregungen
  • Gedicht: April (als Kopievorlage)





April, April... von Witzbolden und Scherzkeksen
Bausteine für die Aktivierung von Demenzkranken: Frühling: Mit Musik-CD, Kopiervorlagen und Arbeitsmaterialien von Tanja Stein
In diesen Buch gibt es das Thema April, April... von Witzbolden und Scherzkeksen mit Aktivierungsmaterial:
  • Einstimmung (5 Min.)
  • Max und Moritz - Erster Streich (15-20 Min.)
  • Kinderstreiche (30-45 Min.)
  • Dunkel war´s, der Mond schien helle (15 Min.)
  • Scherzkekse oder Witzbolde (15-20 Min.)
  • Hinweis wegen Text- und Liedvorschläge auf den Begleit-CDs 




Aprilscherz machen

Gestalten Sie mit ihren Teilnehmern eine Einheit rund um Aprilscherz, u.a. könnte ihren Teilnehmern von guten Aprilscherzen erzählen (oder vielleicht sogar eine Aprilscherz machen)
Sie könnte auch Aprilscherze in ein Wahr oder Falsch Spiel verpacken, mit Behauptung wie 
Beispiele:
 Bonus vielleicht gestalten Sie auch einen Erzählteil, und überlegen Sie warum sich die Mensch in den April schicken, bzw. welche Aprilscherze von den Teilnehmern schon mal gemacht wurden (Hinweis TZ gab es einen Beitrag zu Aprilscherzen, inkl. warum es den Brauch gibt)

Zweierlei Glück von A. de Nora


Zweierlei Glück



Zweifältig ist der Menschen Art,

Zu leeren ihres Glücks Pokal:

Der eine zögert, nippt und spart –

Langwährend ist sein Glück – doch schal!



Der andre trinkt's im vollen Zug,

So lang es frisch und prickelnd ist:

Sein Glück ist kurz, doch süß genug,

Da er es nimmermehr vergißt.

A. de Nora (1864 - 1936)

Glück empfunden von Karl Theodor Körner


Glück empfunden

Der hat nie das Glück empfunden,
Dem des Lebens gleiche Stunden
Ewig in der Freude Wehn
Ohne Schmerz vorüber gehn.

Aber wem nach langen Qualen
Mit der Liebe Frühlingsstrahlen
Grüßend winkt der Freude Blick,
Der allein versteht das Glück.

Karl Theodor Körner (1791 - 1813)

Glück und Unglück von Ernst Scherenberg


Glück und Unglück


O, daß der Freude lichter Born,
Einmal getrübt, so leicht versiegt,
Und unser Glück und unsre Lust
Spurlos wie Schaum im Wind verfliegt!

Indes von jedem Unglück doch
Ein Stachel tief im Herzen bleibt
Und unauslöschbar seine Schrift
Der Schmerz in Stirn und Wangen schreibt!

Ernst Scherenberg (1839 - 1905)

Stumme Liebe von Felix Dörmann


Stumme Liebe


Selig, willenlos dahingegeben,
Ruht der schlanke Leib in meinen Armen,
Und die feuchten, vollen Lippen suchen
Leise die meinen.

Aber keine Liebesworte schauern
Aus bedrängtem Busen weich ans Ohr mir;
Nur die dunklen, angstvoll großen Augen
Leuchten vor Liebe.

Schweigend pressen sich die heißen Hände,
Sprechen sich die Geister und die Herzen,
Und geheimnisvoll beschleicht die Seele
Ahnung des Glückes.

Felix Dörmann (1870 - 1928)

Dir auf der Schulter flattert … von Georg Heym


Dir auf der Schulter flattert …

An N. P.

Dir auf der Schulter
Flattert ein Schmetterling,
Ein Frühlingslüftchen trug ihn her
Aus einem dunkeln Wald.

Das ist der Falter Glück,
Der flog zu dir,
Weil du aus Licht,
Und Glück und Licht Geschwister sind.

Georg Heym (1887 - 1912)

Erinnerung von Heinrich Seidel


Erinnerung


Wie war die schöne Sommernacht
So dunkel, mild und warm, –
Wie schrittest du so still und sacht
Gelehnt auf meinen Arm. –

Von Ferne klang, man hört' es kaum,
Musik mit leisem Schall,
Im blüthenduftgen Gartenraum
Sang eine Nachtigall.

Ein holdes schweigendes Verstehn
War zwischen mir und dir,
Ein selig Beieinandergehn,
Und glücklich waren wir.

Die schöne Zeit, sie liegt so weit –
Verweht wie eitel Schaum.
Sie liegt so weit die schöne Zeit
Versunken wie ein Traum.

Wie schrittest du so still und sacht
Gelehnt auf meinen Arm –
Wie war die schöne Sommernacht
So dunkel, mild und warm. –

Heinrich Seidel (1842 - 1906)

Die wahre Glückseligkeit von Franz Grillparzer


Die wahre Glückseligkeit


Das ist wohl nicht das größte Gut,
Ein neues Kleid, ein neuer Hut,
Der hohe Rang, die goldne Dose!
Der Hirt ist glücklicher auf Moose,
Als du bei vollbesetztem Tisch,
Bei Torten und dergleichen Wisch.
Er kann bei seinem leichten Essen
Den Kummer und den Gram vergessen,
Und wie der Städter nicht sein Kind,
Liebt er in Einfalt dort sein Rind.
Dies Glück macht froh die, die es haben,
Ihm raubens Motten nicht, nicht Schaben.

Franz Grillparzer (1791 - 1872)

Schuldner oder Gläubiger von Christian Wernike


Schuldner oder Gläubiger


Manch ungehobelt Holz wird zum Merkur gemacht,
Weil mancher theure Mann, aus aller Höfling' Acht,
Sich sonst bei keinem Maß, als seinem Schatten mißt.
Viel hebt das Glück empor, viel' hält es auch zurück;
Doch wer die Welt recht kennt, der findet, daß das Glück
Mehr Schulden ausstehn hat, als es selbst schuldig ist.

Christian Wernike (1661 - 1725)

Glück im Unglück von Justinus Kerner


Glück im Unglück


Trifft ein Leid ein Herz voll Kummer,
Wird das minder aufgeschreckt,
Als wenn Leid aus seinem Schlummer
Ein Herz, das in Lust ist, weckt.

Da im Leben mich verlassen
Schmerz kaum einen Augenblick,
Kann ich mich, kommt neuer, fassen, –
So ist Unglück oft ein Glück.

Justinus Kerner (1786 - 1862)

Traum von Jens Peter Jacobsen


Traum


Bleib, o bleib in deiner Träume Welt,
Such nicht des Lebens wirkliches Sein!
Es hat nur dunkle oder grelle Farben,
Der Traum nur hat der Morgensonne Schein;
Stirbst du lebend, bist du tot noch des Lebens,
Kehren wird dein Geist zu der Erde zurück;
Stirbst du als Träumer, kannst du ruhig sterben,
Mit dir verbleicht auch dein ewiges Glück.

Jens Peter Jacobsen (1847 - 1885)

Baut ihr Kirchen


Baut ihr Kirchen

Baut ihr Kirchen, schön und viele,
Schafft dem Volk auch heitre Spiele,
Bauet ihm Euterpes Hallen,
Wo der Freude Töne schallen.
Laßt es turnen, ringen, schwimmen
Und den steilen Berg erklimmen.
Ein Spital für Alte, Schwache,
Ist gar eine feine Sache,
Für den Siechen auch ein Bette
In dem Krankenlazarethe:
Doch Gesundheit, Wohlbefinden
In den Schulen zu begründen,
Frohe Menschen! Volkesfreude!
Gelten mir so hoch wie beide.

Unbekannt

Sicherheit im Glück von Christian Wernike

Sicherheit im Glück


Sag' einem, der erfreut dem Glück im Schooße lieget,
Daß dessen Stille stets die Sicherheit betrüget,
Daß es uns, ehe wir es recht erkannt, verläßt;
Er höret dich nicht mehr, denn junge Hochzeitgäst'
Den Wächter, der des Nachts die Stunden rufet, hören;
Er spottet deiner Gunst und lachet deiner Lehren,
Und alle deine Wort' entführt der schnelle Wind.
Ein Glücklicher ist taub, sowie das Glück ist blind.

Christian Wernike (1661 - 1725)

Der Moderne von Rudolf Presber

Der Moderne


Nun hab' ich mein grämliches Winterweh
Sechs Monde mystisch gehütet
Und hab' auf manchem ästhetischen Tee
Pessimistische Eier gebrütet.

Mein Büchlein, das meinen Gram umschloß,
Kam in die besten Familien;
Mein Büchlein, das meinen Kummer ergoß
Auf stilisierte Lilien.

Die schlanken Mondänen durchforschten's mit Fleiß,
Und heimlich lasen's die Zofen;
Und alle tranken literweis
Mein Herzblut aus meinen Strophen.

Sie lobten an meiner Seele Not
Die Feuer, die zuckend verflammten,
Und sprachen von meinem nahen Tod
Mit der Ruhe des Standesbeamten…

Doch heut' ist draußen der Frühling erwacht,
Schon duftet's nach hellen Syringen –
Mein Herz spürt die Sonne und klopft und lacht
Und hört die Knospen springen.

Mein Herz zerreißt seinen Trauerflor,
Meine Jugend wird wieder munter,
Sie haut der Sorge eins hinter das Ohr
Und schmeißt sie die Treppe hinunter.

Vom junggrünen Teppich der Wiese her
Klingen Schalmeien und Tänze…
So werf' ich hinter der Fliehenden her
Die raschelnden Lorbeerkränze.

Und blinzelt zur Nacht mir ein lustiger Stern,
Ich folg' ihm augenblicklich –
O Gott, wie bin ich unmodern!
O Gott, wie bin ich glücklich!

Rudolf Presber (1868 - 1935)

Was ist das Glück? von Julius Waldemar Grosse

Was ist das Glück?


Was ist das Glück?
Ein süßer Traum der Gegenwart,
Den milde Genien aufgespart –
Vergessen der Vergangenheit
Mit ihrem Leid –
Vergessen aller Zukunft auch,
Verhüllt in goldnem Nebelrauch –
Ein reicher Wonnetag allein
Im Blitzesschein –
Des Weltengeistes Anwesenheit,
Das Vollgefühl der Ewigkeit,
Kein Vorwärts mehr und kein Zurück –
Das ist das Glück!

Julius Waldemar Grosse (1828 - 1902)

Reifes Glück von Clara Müller-Jahnke

Reifes Glück


Meine Blütenjahre sind
ungenutzt dahingeflossen;
denn das Glück hielt seine Pforten
neidisch vor mir zugeschlossen.

Lachend schaut es durch den Spalt,
nun des Sommers Rosen starben –
und von seinem Erntefelde
beut es mir die reifen Garben.

Clara Müller-Jahnke (1860 - 1905)

Das Märchen vom Glück von Hugo Salus

Das Märchen vom Glück


Das Märchen vom Glück, das ich euch sag',
Dauert gerad' einen Herzensschlag;
Dürft drum mein Märchen nicht töricht schelten,
So tief ihr's faßt, so tief wird's euch gelten!
Und dies ist mein Märchen: Das echte Glück
Bleibt nur gerad' einen Augenblick.
Einmal hat's einer am Ärmel genommen
Und hielt's gefangen in seinem Haus,
Da hat es grau-graue Haare bekommen;
Und wie das Glück graue Haare bekommen,
Da sah es genau wie das Unglück aus …
Mein Märchen, es dauert so lang' wie das Glück:
Einen Herzensschlag; einen Augenblick.

Hugo Salus (1866 - 1929)

Das Glück von Auguste Kurs

Das Glück


Hat wer von Glück gesprochen?
Ist gar ein schönes Wort,
Dem Ohr ist es verklungen,
Dem Herzen hallt es fort.

Wie eine holde Sage,
Vom Glauben fromm geweiht,
So wie ein reizend Märchen
Aus längst vergangner Zeit.

Es weckt so süße Ahnung
Wo es die Herzen traf,
Und wiegt auch große Kinder
Zuweilen noch in Schlaf.

Auguste Kurs (1815 - 1892)

Verzagt von Otto Julius Bierbaum


Verzagt


Soll ich wieder schwärmen, ich,
Der ich müd bin und verdrossen,
Schicksalslaugenübergossen
Traurig, trüb und jämmerlich?

Soll ich? Nein, ich drücke mich.
Meine Schwärmer sind verschossen,
Und das Schicksal hat beschlossen:
Keine Wonnen mehr für dich.

Aber deine Augen, Kind,
Sind bestimmt, das Glück zu schauen,
Das im schönsten Bogen geht:
Ruhe, Klarheit, Majestät,
Davon deine Augenbrauen
Allerschönstes Abbild sind.

Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910)

Müde von Thekla Lingen

Müde


Hab so wund gelaufen meine Füße
Auf dem weiten Wege nach dem Glück –
Lachend lief ich aus, um es zu suchen,
Schlich nach Haus mit thränenschwerem Blick.

Sah wohl wunderseltsam lichte Blumen,
Sah sie wohl an meinem Wege stehn,
Habe sie mit raschem Fuß zertreten,
Mußte eilen, mußte weitergehn.

Weitergehn, die eine nur zu finden,
Die in trügerischer Ferne winkt
Und mit ihren buhlerischen Düften
Unser Herz zur Schuld und Sünde zwingt.

Hab so wund gelaufen meine Füße
Auf dem weiten Wege nach dem Glück –
Lachend lief ich aus, um es zu suchen,
Kam so müde, kam so still zurück…

Thekla Lingen (1866 - 1931)

Das Glück gibt um zu nehmen von Friedrich Rückert

Das Glück gibt um zu nehmen


Das Glück gibt um zu nehmen;
Und wolltest du dich grämen,
Wenn es Gegebnes nimmt,
Wie es war vorbestimmt?

Mußt dich entweder schämen,
Unsichres anzunehmen,
Oder nicht seyn ergrimmt,
Wenn was zuschwamm entschwimmt.

Friedrich Rückert (1788 - 1866)

Glück kommt wie Licht von Feodor von Wehl

Glück kommt wie Licht

Glück kommt wie Licht, wie Sonnenstrahlen,
Wie Windeswehn, wie Wolkenflug:
Hier einmal, dort zu hundertmalen
Und nie im Leben noch genug.

Wer kann es haschen, wer kann es finden?
Und wer bewahrt es, wenn er's hat? –
Es schwebt ein Atem in den Winden,
Und schwimmt im Strom ein grünes Blatt.

Feodor von Wehl (1821 - 1890)

Nachts von Carl Hermann Busse

Nachts


Tiefstill die Nacht. Nur manchmal, halb im Traum,
hör ich ein Knistern an den weiten Wänden,
ein ruhlos Tasten hier und dort im Raum,
als wie von feinen, schlanken Frauenhänden.
Dann weiß ich es, was dir dein Traum gebracht:
du suchst nach mir, du kannst mich nicht vergessen,
du suchst und suchst die ganze lange Nacht
nach einem Glück, das du doch einst besessen.

Carl Hermann Busse (1872 - 1918)

Über den Bergen von Carl Hermann Busse

Über den Bergen


Über den Bergen,
weit zu wandern, sagen die Leute,
wohnt das Glück.
Ach, und ich ging,
im Schwarme der andern,
kam mit verweinten Augen zurück.
Über den Bergen,
weit, weit drüben, sagen die Leute,
wohnt das Glück.

Carl Hermann Busse (1872 - 1918)

Wenn du von Richard Hamel

Wenn du

Wenn du dein Auge schließest,
wo ist das Licht dann, wo?
Erloschen ist der Sonne Glanz,
der Sterne Schimmer floh.

Die Welt ist Nacht und Öde,
der Mond nicht scheinen mag;
dein Aug' erst spricht dein Schöpfungswort,
gibt deiner Welt den Tag.

Wenn nicht in deinem Herzen,
wo ist das Glück dann, wo?
Was dir die Welt als Glück gewährt,
macht nie dich völlig froh.

Du führst das Glück selbst in die Welt
aus dir, aus dir allein.
Die Welt ist Nacht und Öde,
kannst du nicht glücklich sein.

Richard Hamel (1853 - 1924)

Vor Freude will ich singen von Hans Leo Haßler von Roseneck

Vor Freude will ich singen


Vor Freude will ich singen,
Weil's mir jetzt tut gelingen.
Denn die ich hab begehrt,
Die hat mir Gott beschehrt.
Der ich mich hab ergeben,
Mit ihr in Freud zu leben.
Sie hat mein Herz besessen,
Kann ihrer nicht vergessen.

Ich hab oft großes Leiden,
Jetzt ist's verkehrt in Freuden.
Was lang ich hab begehrt,
Das ist mir jetzt gewährt.
All's Trauren will ich meiden,
Ob mich gleich viel drum neiden,
Was Gott ein'm tut bescheren,
Kann ihm kein Mensch verwehren.

Hans Leo Haßler von Roseneck auch: Hassler oder Hasler; (1564 - 1612)

Es ist das Glück von Emanuel Geibel

Es ist das Glück

Es ist das Glück ein flüchtig Ding,
Und war's zu allen Tagen;
Und jagtest du um der Erde Ring,
Du möchtest es nicht erjagen.

Leg' dich lieber ins Gras voll Duft
Und singe deine Lieder;
Plötzlich vielleicht aus blauer Luft
Fällt es auf dich hernieder.

Aber dann pack' es und halt' es fest
Und plaudre nicht viel dazwischen;
Wenn du zu lang' es warten läßt,
Möcht' es dir wieder entwischen.

Emanuel Geibel (1815 - 1884)

Beruhigung von Ludwig Schnabel

Beruhigung


Sprich, was soll dein irres Sehnen,
Was dein hoffnungsloser Schmerz?
Blicke mutig durch die Thränen,
Blicke freudig himmelwärts.

Wo, was jetzt vorüberwehend,
Wie ein Himmelston verklingt,
Jugendkräftig und bestehend
Alle Schmerzen niederzwingt.

Wünsche dir entfloh'ner Stunden
Helle Freude nicht zurück –
Denn das Glück ist nie verschwunden,
Was verschwindet, ist kein Glück! –

Ludwig Schnabel (1792 - 1860)

Ach, erlebt' ich's einmal noch! von Walther von der Vogelweide

Ach, erlebt' ich's einmal noch!

Ach, erlebt' ich's einmal noch!
Daß wir die Rosen miteinander brächen!
Ach, erlebt' ich's noch zum Heil uns beiden!
Daß wir freundlich wie zwei Liebste sprächen!
Nichts vermöchte uns dann mehr zu scheiden.
Küßte sie mich dann zu guter Stunde
Mit dem roten Munde,
Braucht' an Glück ich nie mehr Not zu leiden.

Walther von der Vogelweide (um 1170/75 - um 1230)

Im Glücke von Gottfried von Straßburg

Im Glücke

Im Glücke geht ein wunderliches Walten!
Viel besser magst du's finden als behalten;
Es wanket, eh man irgend es besorgt.
Den es betrüben will, es gern bei Zeit bedenket,
Und nimmt bei Zeitren gern zurück, was es geschenket;
Den blendet's, der zu viel von ihm geborgt.
Es hat schwache Stütze
Das gläserne Glücke;
Spiegelt sich's den Augen und scheint wunders nütze:
Gerade dann bricht's leicht in kleine Stücke.

Gottfried von Straßburg (lebte um 1200)

Zur Hochzeit zweier Täubgen von Jakob Michael Reinhold Lenz

Zur Hochzeit zweier Täubgen

Zur Hochzeit zweier Täubgen,
Von jeher Mann und Weibgen,
Die nicht sich auserkohren,
Die nur sich nicht verloren,
Soll Euer Liebden Gnaden
In aller Ehrfurcht laden,
In ihrem Namen zwar
Der Hochzeitsbitter Paar.
Wer Herz hat froh zu sein
Wo treue Liebe thronet
In vollem Sonnenschein,
Wens stärket, wens belohnet,
Der trete froh herein;
Versuch es, mit zu schwärmen
Und fühlt er eignen Schmerz,
An ihrem Glück zu wärmen
Sein Schweitzerliches Herz.
Exempel nur genommen,
Es wird an ihn auch kommen,
Die Welt ist rund und weit,
Hat jeder seine Zeit.
Es kann durch langes Trauren
Leicht unser Herz versauren,
Und wenn wir uns zerstreun,
Ist doch die Lust nicht rein.
O! der ist proskribiret
Wen fremdes Glück nicht rühret,
Der kann es selbst nie sein,
Kein Thier freut sich allein.
Es müßt denn sein von Thieren –
Doch wo komm' ich hinein
Mit meinem Pourparliren?
Wollt Euch nur demonstriren,
Daß wenn sich zwey geniren
Und jeden invitiren
Vor ihnen zu scharmiren,
Ihr nicht dürft sagen: Nein!

Jakob Michael Reinhold Lenz (1751 - 1792)

Nachtigall von Ludwig Scharf

Nachtigall


Wenn ich zur Nacht aus dem Wirtshaus hinke,
Wo ich Geld und Verstand vertrinke,
Wie meine Mutter und teure Magen
Mir des öftern belieben zu sagen:
Dann hör ich wohl auch, wie Tausende schon,
Der Nachtigall lüsternen Klageton:
Das zittert so hell aus lauterer Kehle
Und dringt so hinein in die Menschenseele.
Da steh ich auf altem Paradeplatze,
hängenden Schweifes schleicht eine Katze -
Und ich denk an mein weibliches Ideal,
Das aus hundert Weibern zusammen ich stahl –
Und denk an die Esel vergangener Zeit,
An des Glückes notorische Schlüpfrigkeit
Und mir ist, als könnt ich da unten auf Erden
Noch einmal riesig glücklich werden.

Ludwig Scharf (1864 - 1938)

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