Biografisches Erinnern an Städte und Orte

Biografisches Erinnern an Städte und Orte

Information zur Umsetzung:
Biografisches Erinnern an Städte und Orte eröffnet einen besonders lebendigen Zugang zur eigenen Lebensgeschichte. Orte sind eng mit persönlichen Erlebnissen, Gefühlen und Beziehungen verbunden: die Heimatstadt, der erste Urlaubsort, der Wohnort der Kindheit oder ein bedeutender Arbeitsplatz. Schon das Nennen eines Ortsnamens kann Erinnerungen wachrufen – an Gerüche, Geräusche, Menschen und prägende Lebenssituationen.

Gerade in der Arbeit mit älteren Menschen und Menschen mit Demenz bietet dieses Thema vielfältige Möglichkeiten der Aktivierung. Städte und Orte dienen als „Erinnerungsanker“, die das Erzählen erleichtern und Sicherheit geben. Bekannte Plätze, Landschaften oder Reisen aus früheren Zeiten regen Gespräche an und fördern den Austausch in der Gruppe.

Ziel des biografischen Erinnerns ist es, vorhandene Ressourcen zu stärken, das Selbstwertgefühl zu fördern und soziale Kontakte zu unterstützen. Durch gezielte Impulse – etwa Bilder, Postkarten, Musik oder einfache Fragen – können Erinnerungen behutsam aktiviert und in Worte gefasst werden. Dabei steht nicht die Richtigkeit der Erinnerung im Vordergrund, sondern das Erleben, Erzählen und gemeinsame Teilen von Lebensgeschichten
 
  
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Biografisches Erinnern an Städte und Orte

 
 

Auszug der Ausarbeitung: Biografisches Erinnern an Städte und Orte


Biografisches Erinnern an Städte und Orte
Bei dieser Aktivierung werden persönliche Erinnerungen der Teilnehmenden an Städte, Orte und Reisen wachgerufen. Legen Sie dazu je nach Gruppe und Lebensgeschichte der Teilnehmenden eine Karte bereit, zum Beispiel eine Karte des Bundeslandes, eine Deutschlandkarte, eine Europakarte oder auch eine Weltkarte. Die Auswahl richtet sich danach, welche Orte für die Teilnehmenden vertraut, interessant oder erinnerungsreich sind.

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält kleine Utensilien, zum Beispiel farbige Knöpfe, Spielfiguren oder kleine Markierungspunkte. Reihum darf nun jeder einen Ort auf der Karte markieren, an dem er oder sie schon einmal war, der mit schönen Erinnerungen verbunden ist oder der gerne einmal besucht werden möchte.

Anschließend erzählt die Person etwas zu diesem Ort. Das kann ein kurzer Satz sein oder auch eine längere Erinnerung. Die Gesprächsimpulse können offen gehalten werden, damit ein natürlicher Austausch entsteht.

Beispielsätze zu Städten und Orten
„In München bin ich schon einmal durch den Englischen Garten spaziert.“
„In Hamburg war ich auf dem Fischmarkt und habe die Schiffe gesehen.“
„In Dresden habe ich die Frauenkirche besucht.“
„In Berlin bin ich am Brandenburger Tor gewesen.“
„In Nürnberg war ich auf dem Christkindlesmarkt.“
„In Bremen habe ich die Stadtmusikanten gesehen.“
„In Weimar habe ich viel über Geschichte erfahren.“ 
„In Lübeck habe ich das Holstentor gesehen und das Museum darin besucht.“
„In Salzburg habe ich eine sehr schöne Altstadt erlebt.“
„In Wien war ich im Schloss Schönbrunn.“
„In Paris war ich auf dem Eiffelturm.“
„In Rom war ich im Kolosseum.“
„In London habe ich eine Stadtrundfahrt gemacht.“

Mögliche Fragen zur Gesprächsanregung
  • Was haben Sie dort erlebt?
  • Waren Sie allein oder mit Familie unterwegs?
  • Wie sind Sie damals gereist? 
  • Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
  • Möchten Sie den Ort noch einmal besuchen?
  • Gibt es dort ein Gebäude, einen Markt oder ein Restaurant, das Ihnen besonders gefallen hat?
  • Welche Jahreszeit war es?
  • War das ein schöner Urlaub oder eher ein wichtiger Lebensabschnitt?
  • Wer war damals mit Ihnen zusammen?

Varianten zur Durchführung
Eine sehr einfache Variante ist die Arbeit mit nur einer Karte und wenigen Orten. Diese eignet sich besonders für Gruppen mit Menschen, die schnell überfordert sind. Hier kann die Leitung selbst einen Ort nennen, und die Teilnehmenden reagieren nur mit einer kurzen Erinnerung oder mit Zustimmung und Ergänzung.

Eine zweite Variante ist die Reise über die Landkarte. Die Leitung beginnt bei der Heimatstadt und wandert dann gemeinsam mit der Gruppe von Ort zu Ort. Dabei können auch kleine Themen eingebaut werden, zum Beispiel: Städte am Wasser, bekannte Urlaubsorte, historische Städte oder Orte aus der Kindheit.

Eine weitere schöne Variante ist die Erinnerungskette. Eine Person nennt einen Ort, die nächste Person berichtet von einem anderen Ort, der dazugehört oder an etwas Ähnliches erinnert. So entstehen spontane Verbindungen, etwa von einer Stadt zu einem Bahnhof, von einem Urlaubsort zu einem Familienbesuch oder von einer Reise zu einem besonderen Fest.

Auch ein Bilder- oder Postkartenvergleich ist möglich. Zu den genannten Städten können Bildkarten, alte Ansichtskarten oder Fotos bereitgelegt werden. Das erleichtert das Erinnern und macht die Aktivierung anschaulicher.

Für sehr ruhige Gruppen eignet sich die Auswahl mit Ja-Nein-Fragen. Die Leitung zeigt eine Karte und fragt: „Wer war schon einmal in Hamburg?“ oder „Wer kennt den Bodensee?“ Dadurch fällt der Einstieg leichter, besonders wenn das freie Erzählen schwerer fällt.

Diese Aktivierung eignet sich sehr gut für die Seniorenarbeit, da sie Erinnerungen an frühere Reisen, Ausflüge, Familienbesuche und besondere Lebensereignisse weckt. Gleichzeitig fördert sie das Erzählen, Zuhören und den Austausch in der Gruppe
 
 

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