Bildkärtchen - Märchen (8 Stück)
Bildkärtchen - Märchen
Information zur Umsetzung:
Jedes Bild wird den Teilnehmenden einzeln gezeigt (ausgedruckt und laminiert). Zunächst werden sie gefragt, was sie auf dem Bild erkennen oder wahrnehmen können.Nachdem das Bild betrachtet und kurz kommentiert wurde, kann der begleitende Text zum Bild vorgelesen werden und/oder es können Gesprächsfragen für einen kurzen Austausch genutzt werden. In vielen Fällen ergeben sich die Gespräche jedoch ganz automatisch, sodass vorbereitete Fragen oft gar nicht notwendig sind.
Die Methode ist als Kurzaktivierung gedacht und eignet sich besonders gut in Kombination mit mehreren Bildern. Empfehlenswert sind etwa vier bis fünf unterschiedliche Motive, um eine Überforderung zu vermeiden. Die Aktivierung richtet sich vor allem an Menschen mit Demenz, ist aber ebenso für alle geeignet, die Freude am Betrachten von Bildern und am gemeinsamen Gespräch haben.
Die Märchen-Bildkarten wurden mithilfe von KI erstellt, um bekannte deutsche Märchen anschaulich und bildlich darzustellen.
Aktuelle Märchen in der Ausarbeitung:
- Frau Holle
- Rotkäppchen
- Hänsel und Gretel
- Dornrösche
- Schneewittchen
- Aschenputtel
- Rumpelstilzchen
- Froschkönig
Beispiel - Bildkarte: Frau Holle
Es war einmal ein fleißiges Mädchen, das bei ihrer Stiefmutter und Stiefschwester leben musste. Sie musste die gesamte Arbeit tun, war aber immer freundlich und geduldig. Eines Tages fiel ihr eine Spule in einen Brunnen. Sie sprang hinein und kam in eine fremde, helle Welt. Dort half sie einer Frau im Haus, die sie „Frau Holle“ nannte: sie schüttelte Kissen, kochte und machte sauber. Als Belohnung gab Frau Holle dem Mädchen einen Goldregen, weil es so fleißig und freundlich war.Das Mädchen kam heim — reich belohnt.
Bald darauf schickte die Stiefmutter ihre faule Tochter hin. Die aber war unfreundlich und arbeitsscheu. Sie tat wenig, schaffte kaum etwas — und statt Gold regnete es Pech über sie, als Strafe für ihre Faulheit.
So enden die Dinge: Fleiß wird belohnt, Faulheit nicht.
Herkunft des Märchens
Ursprünge: „Frau Holle“ enthält ältere Volkssagen-Elemente und wird oft mit der Sagengestalt Holda/Hulda (heidnische, vorchristliche Frauengestalt) in Verbindung gebracht. Motive wie Brunnenübergang, Belohnung/Straffe, Federkissen (Schnee) und Prüfungen für die Herzenshaltung finden sich in vielen europäischen Varianten.
Funktion: Solche Märchen halfen früher, Normen (Fleiß, Güte) zu vermitteln und Jahreszeiten-/Naturphänomene bildhaft zu erklären (z. B. „Schnee fällt, wenn Frau Holle die Betten ausschüttelt“).
Anregungen für einen Erzählkreis
Kennen Sie Frau Holle? Wie haben Sie die Geschichte als Kind erlebt?
Welche Arbeit haben Sie als Kind zuhause gemacht? Gab es Aufgaben, die belohnt wurden?
Erinnern Sie sich an Winterbräuche (Schnee, Weihnachten, Backen, Nachbarschaftshilfe)?
Wie empfinden Sie die Strafe für die faule Tochter — gerecht oder hart? Warum?
Würden Sie der Hauptfigur raten, etwas anders zu tun? Welche Werte sind Ihnen heute wichtig?
Aktivierungsideen zum Märchen
Tasten: Federkissen-Box: Eine Kiste mit verschiedenen Texturen: weiche Federn, Wolle, Leinen, Samt. Jeder darf erfühlen und beschreiben.
Spinn-Fingerübung: Kleine Wollknäuel zum Kneten oder Fingerstricken (einfachste Technik) — fördert Feinmotorik.
Geruchsbox: Kleine Gläschen mit Zimt, Nelke, Backaroma, Tannennadelduft, frischgebrühtem Tee. Jeder riecht und erinnert sich: Woran erinnert Sie dieser Duft?
komplette Ausarbeitung in PDF Datei zum Ausdrucken ...
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