Sinnesgeschichte - Ein Schultag früher

Sinnesgeschichte - Ein Schultag früher

Information zur Umsetzung:
Der Duft von frisch gespitzten Bleistiften, das leise Kratzen von Kreide auf der Tafel, der Klang der Schulglocke – ein Schultag weckt bei vielen älteren Menschen intensive Erinnerungen. Ob strenge Lehrer, bunte Pausenbrote, der erste Aufsatz oder das gemeinsame Singen im Klassenzimmer: Die Schulzeit ist tief im Gedächtnis verankert und bietet eine wunderbare Grundlage für biografisches Arbeiten. Unsere Sinnesgeschichte „Ein Schultag“ nimmt Ihre Betreuten mit auf eine kleine Zeitreise in die Welt der Schulbänke von früher – heiter, ehrlich und berührend.

Begleitet wird die Geschichte von liebevoll ausgewählten Sinnesanregungen: das Betasten von alten Schiefertafeln oder Griffeln, das Riechen von Holz, Papier oder Tinte, das Anhören klassischer Pausenhofgeräusche oder Schullieder. Auch das gemeinsame Anschauen alter Klassenfotos, das Schreiben mit Feder und Tinte oder kleine Rechen- und Schreibspiele regen Austausch und Erinnerung auf unterhaltsame Weise an.

Dieses Betreuungsmaterial eignet sich hervorragend für biografische Gesprächsrunden, Themenstunden rund um das Thema „Früher“, oder als Einstieg in kreative Gruppenangebote – lehrreich, aktivierend und voller persönlicher Geschichten.
 
 
 
 
 
Sinnesgeschichte - Ein Schultag früher

 
 

Ein Schultag früher (Auszug)

Die Geschichte zum Vorlesen …
 
 
Es ist noch früh am Morgen, als der Wecker in der alten Stube klingelt. Klara schlüpft aus dem warmen Federbett und hört schon das leise Knistern aus der Küche, wo Mutter das Feuer im Ofen entfacht hat. Draußen ist es noch dämmerig. Der Hahn kräht. In der Ferne hört man das Klappern eines Pferdewagens auf dem Kopfsteinpflaster – der Bäcker liefert frische Brötchen aus.

Klara zieht sich an, schnell geht es hinunter in die Küche. Der warme Malzkaffee dampft in der Tasse, dazu gibt es eine Scheibe Brot mit Rübensirup. In der Stille des Morgens ist nur das Ticken der Standuhr zu hören.

Dann der Ruf der Mutter: „Los jetzt, sonst kommt ihr zu spät!“ Klara schnappt sich ihre Schiefertafel, den Griffelkasten und die Milchkanne für die Pause. Gemeinsam mit ihrem Bruder läuft sie zur Dorfschule. Unterwegs hört man das Zwitschern der Vögel, das Klappern der Holzschuhe auf dem Weg, das Lachen anderer Kinder.

In der Schule herrscht eine ruhige, erwartungsvolle Stimmung. Die Lehrerin betritt das Klassenzimmer, ihre Schritte hallen auf dem Dielenboden. Sie klatscht einmal in die Hände – Stille. Dann beginnt sie mit dem Unterricht. Kreide kratzt über die Tafel, Seiten werden umgeblättert, ab und zu ein leises Flüstern.
Zur Pause läutet die große Glocke. Die Kinder stürmen hinaus auf den Schulhof, lachen, rufen, kichern. Klara hört das Glucksen der Milch, als sie den Deckel ihrer Kanne öffnet. Nach dem Spiel geht es wieder hinein – zum Singen, Rechnen und Lesen.

Am Ende des Schultags erklingt das Schulglockenläuten erneut. Die Kinder rufen ein fröhliches „Auf Wiedersehen!“ – und laufen heim. Klara hört noch das Quietschen der Tür, als sie zu Hause ankommt. Ein ganz normaler Schultag – voller Geräusche, die man nie vergisst.
 
 
vollständige Ausarbeitung mit Aktivierungsideen zum Text für Mitglieder

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