Sinnesgeschichte - Der Weihnachtsabend

Sinnesgeschichte - Der Weihnachtsabend

Information zur Umsetzung:
Weihnachten ist das Fest der Sinne – kaum eine Zeit im Jahr ist so reich an vertrauten Düften, leuchtenden Bildern, berührenden Klängen und tief verankerten Erinnerungen wie der Heilige Abend. Unsere Sinnesgeschichte „Der Weihnachtsabend“ lädt Seniorinnen und Senioren dazu ein, mit allen Sinnen in eine festliche Stimmung einzutauchen – ruhig, warmherzig und voller Vertrautheit.

Die Geschichte erzählt von einem klassischen Weihnachtsabend, wie ihn viele aus ihrer Kindheit oder Familienzeit kennen: Der Duft von Tannenzweigen und Plätzchen liegt in der Luft, Kerzen flackern, draußen fallen leise Schneeflocken, drinnen klingt leise Weihnachtsmusik, und das Rascheln des Geschenkpapiers mischt sich mit dem Lachen der Familie. Es sind die kleinen, kostbaren Augenblicke, die diese Erzählung lebendig machen – und Erinnerungen wachrufen, die oft tief im Herzen verborgen liegen.

Begleitende Sinnesanregungen wie das Riechen von Zimt, Nelken oder Tannengrün, das Hören bekannter Weihnachtslieder, das Betrachten alter Christbaumschmuckstücke oder das Fühlen von Geschenkband und Engelshaar machen den Weihnachtszauber spürbar und regen das Erzählen und Erinnern an.

„Der Weihnachtsabend“ ist ein besonderes Betreuungsmaterial, das emotional berührt, das Gemeinschaftsgefühl stärkt und ein wenig von jener weihnachtlichen Magie zurückbringt, die auch heute noch Herzen erwärmt.
 
 
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Sinnesgeschichte - Der Weihnachtsabend

 

Der Weihnachtsabend (Auszug)

Die Geschichte zum Vorlesen …
 
 
Es war der 24. Dezember, und draußen senkte sich leise der Abend über das verschneite Dorf. Die Fenster des kleinen Hauses am Waldrand leuchteten golden in der Dämmerung, und drinnen duftete es nach Zimt, Tannengrün und frisch gebackenen Plätzchen. Im Wohnzimmer stand der Weihnachtsbaum – mit liebevoll gehängtem Strohsternen, roten Kugeln, kleinen Äpfeln und einer feinen Lichterkette, die in warmem Licht flackerte.

Auf dem Tisch lag eine weiße Decke mit roten Stickereien. In der Mitte: ein hölzerner Schwibbogen, von Kerzen beleuchtet. In seinem Schein glänzten silberne Sternchen, die jemand zwischen Tannenzweige und Walnüsse gestreut hatte. Auch ein kleiner Teller mit Lebkuchen und Zimtsternen durfte nicht fehlen. Daneben dampfte bereits eine Kanne mit Früchtetee, und die Teelichter auf der Fensterbank warfen sanfte Schatten an die Wand.

Als die Familie schließlich zusammenkam, wurde es ganz still. Der Vater las die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vor. Währenddessen wanderte der Blick von einem zum anderen, blieb auf dem funkelnden Baum hängen, auf der alten Holzkrippe, die schon viele Jahrzehnte treu mit dabei war.

Dann war es Zeit, das Glöckchen zu läuten. Die Kinder durften die Geschenke unter dem Baum öffnen. Die Erwachsenen schauten einander an – gerührt, dankbar, still. Es war nicht das Neue, nicht das Große, das zählte, sondern dieser Moment: gemeinsam, warm, friedlich. Der Weihnachtsabend in all seiner leuchtenden Schönheit.

 
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