Demenz-Wissen-Frage: Können Menschen mit einer Demenz Schmerzen haben?
Ja. Menschen mit Demenz können genauso Schmerzen haben wie Menschen ohne Demenz. Die Demenzerkrankung schützt nicht vor Schmerzen und vermindert sie auch nicht grundsätzlich. Allerdings fällt es vielen Betroffenen mit fortschreitender Erkrankung zunehmend schwer, Schmerzen zu erkennen, richtig einzuordnen oder sprachlich auszudrücken. Deshalb bleiben Schmerzen bei Menschen mit Demenz häufiger unbemerkt oder werden falsch gedeutet.
Für Pflegefachkräfte und Betreuungskräfte ist es daher besonders wichtig, auf mögliche Anzeichen von Schmerzen zu achten und diese ernst zu nehmen.
Für Pflegefachkräfte und Betreuungskräfte ist es daher besonders wichtig, auf mögliche Anzeichen von Schmerzen zu achten und diese ernst zu nehmen.
Warum werden Schmerzen oft nicht erkannt?
Menschen mit Demenz können Schwierigkeiten haben,
- den Schmerz genau zu beschreiben,
- die Schmerzstelle zu zeigen,
- die Schmerzstärke einzuschätzen,
- den Zusammenhang zwischen Schmerz und Ursache zu erkennen oder
- passende Worte für ihre Beschwerden zu finden.
Statt über Schmerzen zu klagen, zeigen sie diese häufig durch Veränderungen ihres Verhaltens.
Mögliche Anzeichen für Schmerzen
Schmerzen können sich unter anderem durch folgende Veränderungen bemerkbar machen:
Diese Verhaltensänderungen sollten nicht vorschnell als „typisch für die Demenz“ bewertet werden. Sie können Hinweise auf Schmerzen oder andere körperliche Beschwerden sein.
Schmerzen können sich unter anderem durch folgende Veränderungen bemerkbar machen:
- plötzlich auftretende Unruhe,
- vermehrtes Rufen oder Schreien,
- Reizbarkeit oder Aggressivität,
- Rückzug und Teilnahmslosigkeit,
- Weinen oder eine traurige Stimmung,
- Schlafstörungen,
- Appetitlosigkeit,
- Schonhaltungen oder eingeschränkte Bewegungen,
- schmerzverzogene Mimik,
- Stöhnen, Seufzen oder andere Schmerzlaute,
- Abwehr bei Berührungen oder pflegerischen Maßnahmen.
Diese Verhaltensänderungen sollten nicht vorschnell als „typisch für die Demenz“ bewertet werden. Sie können Hinweise auf Schmerzen oder andere körperliche Beschwerden sein.
Häufige Schmerzursachen
Auch Menschen mit Demenz können unter den gleichen Erkrankungen leiden wie andere ältere Menschen. Häufige Ursachen für Schmerzen sind beispielsweise:
Auch Menschen mit Demenz können unter den gleichen Erkrankungen leiden wie andere ältere Menschen. Häufige Ursachen für Schmerzen sind beispielsweise:
- Gelenkverschleiß (Arthrose),
- Rückenbeschwerden,
- Knochenbrüche nach Stürzen,
- Druckgeschwüre,
- Zahn- und Mundprobleme,
- Harnwegsinfektionen,
- Verstopfung,
- Wunden oder Hautverletzungen,
- Muskelverspannungen oder andere chronische Erkrankungen.
Bedeutung für die Pflege
Pflegefachkräfte sollten Schmerzen regelmäßig beobachten und einschätzen. Dazu gehören die genaue Beobachtung des Verhaltens, Gespräche mit Angehörigen sowie der Einsatz geeigneter Schmerzerfassungsinstrumente für Menschen mit eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit.
Wird ein Schmerz vermutet, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt und eine angemessene Behandlung eingeleitet werden. Eine gute Schmerztherapie trägt wesentlich dazu bei, das Wohlbefinden, die Beweglichkeit und die Lebensqualität zu erhalten.
Pflegefachkräfte sollten Schmerzen regelmäßig beobachten und einschätzen. Dazu gehören die genaue Beobachtung des Verhaltens, Gespräche mit Angehörigen sowie der Einsatz geeigneter Schmerzerfassungsinstrumente für Menschen mit eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit.
Wird ein Schmerz vermutet, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt und eine angemessene Behandlung eingeleitet werden. Eine gute Schmerztherapie trägt wesentlich dazu bei, das Wohlbefinden, die Beweglichkeit und die Lebensqualität zu erhalten.
Warum ist eine gute Schmerzerkennung so wichtig?
Unbehandelte Schmerzen können erhebliche Folgen haben. Sie können zu Angst, Schlafstörungen, Bewegungsmangel, Appetitlosigkeit oder herausforderndem Verhalten führen und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Werden Schmerzen rechtzeitig erkannt und behandelt, verbessert sich häufig auch das Verhalten des Betroffenen. Unruhe, Aggressivität oder Rückzug gehen nicht selten zurück, wenn die Schmerzen gelindert werden.
Fazit
Menschen mit Demenz können selbstverständlich Schmerzen haben. Aufgrund ihrer eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit äußern sie diese jedoch häufig anders als Menschen ohne Demenz. Pflegefachkräfte und Betreuungskräfte müssen deshalb aufmerksam auf Veränderungen im Verhalten, in der Mimik und in der Körperhaltung achten. Eine frühzeitige Schmerzerkennung und eine angemessene Behandlung sind wichtige Voraussetzungen für eine gute Pflege und eine hohe Lebensqualität.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen