Demenz-Wissen-Frage: Welche Stichworte zur Diagnostik sind wichtig?

Im Zusammenhang mit der Diagnose einer Demenz begegnen Betroffenen und Angehörigen häufig medizinische Fachbegriffe. Die folgenden Erläuterungen helfen dabei, die wichtigsten Begriffe besser zu verstehen.


Anamnese
Die Anamnese ist das ausführliche Gespräch zwischen der Ärztin oder dem Arzt und der betroffenen Person. Dabei werden Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente, der Krankheitsverlauf sowie Veränderungen im Alltag besprochen. Häufig werden auch Angehörige in das Gespräch einbezogen.


Kognitive Leistungsfähigkeit
Der Begriff beschreibt die geistigen Fähigkeiten eines Menschen. Dazu gehören unter anderem Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration, Sprache, Orientierung, Denken und Problemlösen. Diese Fähigkeiten werden im Rahmen der Diagnostik gezielt untersucht.


Kognitive Tests
Kognitive Tests sind standardisierte Untersuchungen, mit denen die geistige Leistungsfähigkeit beurteilt wird. Sie helfen festzustellen, ob Einschränkungen vorliegen und wie ausgeprägt diese sind. Häufig verwendete Tests sind beispielsweise der Mini-Mental-Status-Test (MMST) oder der Montreal Cognitive Assessment (MoCA).


Neuropsychologische Untersuchung
Bei einer neuropsychologischen Untersuchung werden Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, Wahrnehmung, Planung und andere geistige Fähigkeiten ausführlich geprüft. Diese Untersuchung liefert ein genaueres Bild der kognitiven Stärken und Schwächen.


Bildgebende Verfahren
Mit bildgebenden Untersuchungen können Veränderungen des Gehirns sichtbar gemacht werden. Dazu gehören insbesondere:
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Zeigt die Struktur des Gehirns besonders detailliert.
  • Computertomographie (CT): Kann unter anderem Schlaganfälle, Blutungen oder Tumoren erkennen.

 
Laboruntersuchungen
Blutuntersuchungen dienen dazu, behandelbare Ursachen von Gedächtnisstörungen auszuschließen. Dazu zählen beispielsweise Vitaminmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Infektionen oder Stoffwechselstörungen.


Biomarker
Biomarker sind messbare biologische Merkmale, die Hinweise auf bestimmte Erkrankungen geben können. Bei der Alzheimer-Erkrankung können beispielsweise Veränderungen bestimmter Eiweiße im Nervenwasser (Liquor) oder in speziellen bildgebenden Untersuchungen nachgewiesen werden.


Liquoruntersuchung
Der Liquor ist die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit. Durch eine Entnahme mittels Lumbalpunktion können bestimmte Eiweißstoffe untersucht werden, die Hinweise auf eine Alzheimer-Erkrankung oder andere neurologische Erkrankungen geben.


Differentialdiagnose
Die Differentialdiagnose beschreibt den Prozess, bei dem andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, die ähnliche Beschwerden wie eine Demenz verursachen können. Dazu gehören beispielsweise Depressionen, Schlafstörungen, Vitaminmangel oder Nebenwirkungen von Medikamenten.


Früherkennung
Von Früherkennung spricht man, wenn erste Anzeichen einer Gedächtnisstörung möglichst früh erkannt und untersucht werden. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht eine gezielte Behandlung, eine bessere Planung der weiteren Versorgung und den rechtzeitigen Zugang zu Unterstützungsangeboten.


Kurz zusammengefasst
Zur Demenzdiagnostik gehören ein ausführliches ärztliches Gespräch, Gedächtnis- und Denktests, körperliche Untersuchungen, Blutuntersuchungen sowie bildgebende Verfahren. Bei Bedarf werden ergänzende Untersuchungen wie eine neuropsychologische Testung oder eine Liquoruntersuchung durchgeführt. Das Ziel ist, die Ursache der Beschwerden möglichst genau zu bestimmen und behandelbare Erkrankungen auszuschließen.

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