Märchenstunde: Der neidische Nachbar
Märchenstunde: Der neidische Nachbar
Neid, Dankbarkeit, Treue und die Kraft guter Taten – das japanische Märchen „Der neidische Nachbar“ erzählt auf eindrucksvolle Weise davon, dass ein gutes Herz am Ende mehr zählt als Gier und Missgunst. Mit seiner bildhaften Sprache, dem treuen Hündchen und den wundersamen Begebenheiten lädt das Märchen zum Zuhören, Erinnern und gemeinsamen Nachdenken ein.
Diese Märchenstunde wurde speziell für die Seniorenarbeit zusammengestellt. Neben dem vollständigen Märchen finden Sie vielfältige Aktivierungsideen, die sich leicht in Einzel- oder Gruppenangebote integrieren lassen. Dazu gehören Anregungen für ein Erzählcafé, Sinnesanregungen, Gedächtnis- und Merkübungen sowie Gesprächsimpulse, die an die Lebenserfahrungen der Teilnehmenden anknüpfen.
Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Was bedeutet echte Dankbarkeit? Wann haben wir selbst Hilfsbereitschaft erlebt? Warum macht Neid unglücklich, während Güte und Großzügigkeit das Leben bereichern? So entstehen wertvolle Gespräche, die Erinnerungen wecken und den Austausch in der Gruppe fördern.
Die Ausarbeitung eignet sich für Betreuungskräfte, Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter sowie alle, die Märchen gezielt zur Aktivierung, Biografiearbeit und Förderung der Gemeinschaft einsetzen möchten.
Diese Märchenstunde wurde speziell für die Seniorenarbeit zusammengestellt. Neben dem vollständigen Märchen finden Sie vielfältige Aktivierungsideen, die sich leicht in Einzel- oder Gruppenangebote integrieren lassen. Dazu gehören Anregungen für ein Erzählcafé, Sinnesanregungen, Gedächtnis- und Merkübungen sowie Gesprächsimpulse, die an die Lebenserfahrungen der Teilnehmenden anknüpfen.
Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Was bedeutet echte Dankbarkeit? Wann haben wir selbst Hilfsbereitschaft erlebt? Warum macht Neid unglücklich, während Güte und Großzügigkeit das Leben bereichern? So entstehen wertvolle Gespräche, die Erinnerungen wecken und den Austausch in der Gruppe fördern.
Die Ausarbeitung eignet sich für Betreuungskräfte, Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter sowie alle, die Märchen gezielt zur Aktivierung, Biografiearbeit und Förderung der Gemeinschaft einsetzen möchten.
Wichtig: Märchenreihe aufgrund des Buches: Die Quelle der Weisheit
Komplette 28 seitige PDF Datei zum Ausdrucken
➔ Alternative zur Mitgliedschaft - der: Ko-Fi Download Shop Seniorenarbeit
Auszug der Märchenstunde: Der neidische Nachbar
Die Geschichte von der Auffindung des Schatzes durch den Hund wurde indessen ruchbar, und ein neidischer Nachbar der alten Leute wurde davon so aufgeregt, daß er nicht essen noch trinken noch auch schlafen konnte. Stets dachte er an die Geschichte, und der bitterste Neid verzehrte ihn. Endlich dachte er, daß der Hund doch wohl die Gabe haben müsse, alle Schätze der Welt aufzuspüren, und deshalb kam er schmeichelnd zu den alten Leuten und bat sie, ihm doch ihr Hündchen für kurze Zeit zu borgen. »Wohin denkst du?« sprach der alte Mann; »wir können den Hund nicht entbehren, wir haben ihn viel zu lieb und können uns keine Stunde von ihm trennen.« Doch der neidische Nachbar ließ nicht nach und kam täglich mit derselben Bitte, und da die guten alten Leute Niemand eine Bitte abschlagen konnten, so ließen sie sich endlich erweichen und überließen ihr Hündchen dem Nachbar. Eines Tages nun, als dieser den Hund in den Garten laufen ließ, stand er still, schnupperte auf dem Boden umher und fing richtig zu kratzen an. Hoch erfreut lief der Nachbar herzu, seine Frau brachte rasch eine Hacke, und dann gruben beide gierig nach dem vermeintlichen Schatze. Aber was fanden sie? Eitel Unrat und Todtengebein, und das stank so abscheulich, daß sie sich die Nase zuhalten mußten. Da waren sie voller Wuth, daß der Hund, den sie doch auch sehr gut verpflegt hatten, sie so arg betrogen hatte. Der Mann war darüber so aufgebracht, daß er auf der Stelle das arme Thierchen todtschlug. Dann aber klagte der Heuchler laut und kam jammernd zu dem Besitzer des Hundes, um nicht als Mörder desselben in Verdacht zu kommen. »Euer Hund,« sprach er, »den ich so gut gefüttert habe, ist plötzlich gestorben, und Niemand weiß, wie dies hat geschehen können; ich kann nicht dafür und bringe euch sofort die Nachricht – er ist eben verschieden.«
Trauernd trug der gute Alte die Leiche seines Lieblings zu der Stelle, wo der Schatz gefunden war. Er begrub ihn dort unter einer alten Fichte und klagte vom Morgen bis in die Nacht über den Verlust des treuen Thieres. Doch einstmals, als er Nachts auf seiner Decke lag und fest schlief, da erschien ihm der Hund im Traum und sagte ihm, er möge den Baum, unter dem er selber begraben liege, fällen und einen Reismörser daraus machen, der würde ihn trösten. Der Mann, der den schönen Baum nicht gern umhauen wollte, erzählte seiner Frau den Traum und fragte sie, was er thun solle. Die Frau aber rieth ihm dringend, den Rath des Hundes zu befolgen, und so ward der Baum gefällt, und aus seinem Stamme ward ein schöner, großer Reismörser angefertigt. Als die Zeit der Reisernte gekommen war, da sollte der neue Mörser gebraucht werden, und als der Mann die Körner, die geschält werden sollten, hineingethan hatte und anfing zu stoßen, da – o Wunder – kamen statt der weißen Reiskörner lauter blanke Goldstücke zum Vorschein. Nun war die Freude groß, und die alten Leute waren tief gerührt über die Treue ihres Hündchens, die sich noch nach dem Tode bewährte.
Aber wiederum hörte der neidische Nachbar von der Geschichte, und als er herausgefunden, daß sie auf Wahrheit beruhte, da ging er abermals zu den alten Leuten und bat und flehte heuchlerisch, sie möchten ihm doch den Mörser borgen. Der gute Alte gab ihn nur sehr ungern her, aber was wollte er machen? Erschien es nicht gar zu ungefällig, wenn er die Bitte des Nachbarn abschlug?
Als der Neidische nun den Mörser im Hause hatte, heißa, da ging es daran, Reiskörner zu schälen. Mann und Weib schleppten die Ballen herbei und gedachten eine große, unermeßliche Ernte an Goldstücken zu halten. Aber wiederum ward ihre Habgier arg bestraft, denn statt des Goldes zeigte sich nicht einmal Reis, nein, da kam der ekelhafteste stinkende Unrath zu Tage. Und abermals wurden die beiden schlechten Menschen, die ihrem Nachbar kein Glück gönnten, so böse und ergrimmt, daß sie ohne sich zu besinnen den Mörser in kleine Holzsplittern zerhackten und ihn verbrannten.
Die guten alten Leute waren natürlich sehr betrübt, als sie kamen, um sich den werthvollen Mörser zurück zu erbitten, und den Sachverhalt erfuhren, der ihnen nicht vorenthalten wurde Klagend legten sie sich Abends zur Ruhe. Aber im Traume erschien dem alten Manne abermals sein liebes Hündchen, das ihn tröstete und ihm sagte, er möge nur zu dem neidischen Nachbar gehen und sich die Asche von dem verbrannten Mörser Holen. Mit dieser Asche möge er auf die Landstraße gehen, und wenn der Daimio, der Landesfürst, vorüber reise, so möge er auf die Kirschbäume klettern und dieselben mit der Asche bestreuen; dann würden sie alsogleich über und über blühen.
Das war ein merkwürdiger Traum. Der alte Mann ging daher sogleich am Morgen zu seinem Nachbar und bekam auch Asche von seinem verbrannten Mörser vollauf. Diese that er nun in einen Beutel und ging damit auf die Landstraße. Alle Kirschbäume waren noch kahl – es war die Zeit, wo die Kunstgärtner für vieles Geld kleine Kirschbäume in Töpfen verkaufen, um den Leuten den Genuß der hochverehrten Kirschblüthe Winters im Zimmer zu verschaffen, doch draußen gab es weit und breit keine Kirschblume; dazu war es viel zu früh im Jahre, man konnte darauf getrost noch einen Monat warten. Als der alte Mann an der Landstraße angekommen war, da sah er in einiger Entfernung den Zug des Daimio herannahen. Der Fürst kam in voller Pracht und mit großem Gefolge. Alle Menschen, die des Weges kamen, warfen sich pflichtschuldigst zu Boden, um dem Herrn der Provinz ihre Ehrfurcht zu beweisen, und als der alte Mann dies nicht that, sondern vor des Daimio Augen flink auf einen Baum kletterte, da wurde der Fürst zornig und befahl den Mann zu ergreifen, der so der guten Sitte Hohn spreche. Doch der alte Mann ließ sich nicht verblüffen, griff mit der Hand in seinen Sack und bestreuete rings umher die Bäume mit der feinen Asche. Im Nu stand alles in Blüthe, und der Fürst war darüber so erfreut, daß er den alten Mann reich beschenkte und ihn nach seiner Rückkehr in sein Schloß bescheiden ließ, wo er hoch geehrt wurde.
Dies alles erfuhr ebenfalls der neidische Nachbar, und wieder ließ ihm die Habgier und Mißgunst keine Ruhe. Deshalb sammelte er sorgfältig alle die Asche, welche noch von dem verbrannten Mörser da war, und machte sich mit dieser auf den Weg, um dem Daimio dieselbe Vorstellung zum Besten zu geben, mit der sein Nachbar so viel Glück gehabt hatte. Als er den Zug des Daimio herankommen sah, als er die vielen Reiter und Fußgänger, die reich geschmückten Kagos1 des Fürsten erblickte, da hüpfte sein Herz vor Freude, wenn er an die Ehre dachte, die ihm bevorstand. Deshalb griff er mit beiden Fäusten in seinen Aschenbeutel, und just als der Zug unter dem Baume vorüber kam, auf dem er saß, da streute er plump die feine Asche aus. Aber diesmal trieb kein einziger Baum Knospen und keine Blüthe zeigte sich; die Asche aber flog dem vorüberziehenden Daimio in die Augen und den reichgeschmückten Kriegern ins Gesicht und auf die prächtigen Gewänder. Im höchsten Grade aufgebracht, holten sie den Uebelthäter vom Baume herunter und prügelten ihn tüchtig durch; dann banden sie ihn und warfen ihn ins Gefängniß, in dem er lange Zeit schmachten mußte. Als er wieder frei kam, da hatten die Leute in seinem Dorfe alle seine Bosheit erfahren und wollten nichts, durchaus gar nichts mehr mit ihm zu thun haben, und so nahm er schließlich ein klägliches Ende.
Die guten alten Leute aber, die ihren lieben Hund, durch den sie reich und glücklich geworden waren, in treuem Andenken behielten, lebten bis an ihren Tod froh und zufrieden.
Märchen aus Japan
+++++++++++++++++++++++
Der neidische Nachbar – Ursprung und Bedeutung
Das Märchen „Der neidische Nachbar“ stammt ursprünglich aus der japanischen Volkserzähltradition. Es wurde im 19. Jahrhundert durch europäische Märchensammler aus japanischen Quellen übernommen und in Sammlungen wie den „Japanischen Märchen“ sowie später in deutschen Märchenbüchern verbreitet.
Bedeutung des Märchens
Im Mittelpunkt steht ein klarer moralischer Gegensatz:
Das Märchen „Der neidische Nachbar“ stammt ursprünglich aus der japanischen Volkserzähltradition. Es wurde im 19. Jahrhundert durch europäische Märchensammler aus japanischen Quellen übernommen und in Sammlungen wie den „Japanischen Märchen“ sowie später in deutschen Märchenbüchern verbreitet.
Bedeutung des Märchens
Im Mittelpunkt steht ein klarer moralischer Gegensatz:
Das alte Ehepaar lebt bescheiden, freundlich & fürsorglich
Ihr Hund steht für Treue und unverdientes Glück
Der Nachbar verkörpert Neid, Habgier und Missgunst
Das Märchen zeigt in mehreren Episoden:
- Gutes Verhalten führt zu Glück und Belohnung
- Neid und Habgier zerstören letztlich das eigene Leben
- Wer nur das Glück anderer kopieren will, ohne innere Haltung, scheitert
Kernaussage in einem Satz: Das Märchen zeigt, dass Neid zerstört, während Güte und Vertrauen langfristig zu Glück führen.
Auszählungen
Aufgabe: Auswahl von Rätselfragen rund um das Märchen …
Was gehört in den Garten?
Mögliche Antworten: Blumen, Gemüse, Obst, Bäume, Sträucher
Auszählungen
Aufgabe: Auswahl von Rätselfragen rund um das Märchen …
Was gehört in den Garten?
Mögliche Antworten: Blumen, Gemüse, Obst, Bäume, Sträucher
Wörter mit Gold
Mögliche Antworten: Goldring, Goldkette, Goldmünze, Goldschatz, Goldbarren
Mögliche Antworten: Goldring, Goldkette, Goldmünze, Goldschatz, Goldbarren
Verben die zum Hund passen
Bellen, Laufen, Schnuppern, Spielen, Bewachen, wedeln
Bellen, Laufen, Schnuppern, Spielen, Bewachen, wedeln
Was kann blühen?
Rose, Tulpe, Kirschbaum, Flieder, Apfelbaum
Rose, Tulpe, Kirschbaum, Flieder, Apfelbaum
Reimwörter auf Hund
Rund, Bunt, Mund, Grund
Rund, Bunt, Mund, Grund
Dinge aus Holz
Tisch, Stuhl, Schrank, Löffel, Mörser
Tisch, Stuhl, Schrank, Löffel, Mörser
Wörter mit Baum
Baumstamm, Baumkrone, Baumrinde, Baumhaus, Baumwurzel
Baumstamm, Baumkrone, Baumrinde, Baumhaus, Baumwurzel
Satz ergänzen - Ein guter Nachbar ist …
Mögliche Antworten: Hilfsbereit, Freundlich, Ehrlich, Zuverlässig
Mögliche Antworten: Hilfsbereit, Freundlich, Ehrlich, Zuverlässig
Eigenschaften des Hundes
Treu, Lieb, aufmerksam, klug, Mutig
Treu, Lieb, aufmerksam, klug, Mutig
Berufe mit G
Gärtner, Gärtnerin, Goldschmied, Glaser, Geologe
Gärtner, Gärtnerin, Goldschmied, Glaser, Geologe
Wörter rund um Geld
Münze, Schein, Sparbuch, Geldbörse, Schatz
Was macht glücklich?
Familie, Gesundheit, Freunde, Frieden, Natur
Wörter mit Kirsch-
Kirschbaum, Kirschblüte, Kirschkern, Kirschsaft, Kirschkuchen
mehr in der kompletten Ausarbeitung in der PDF-Datei für Mitglieder zum Ausdrucken ...

Kommentare
Kommentar veröffentlichen