Märchenstunde: Die Apfelprobe
Märchenstunde: Die Apfelprobe
Unter dem Thema „Die Apfelprobe“ begegnen wir heute einem alten Schweizer Märchen, das von Weisheit, Lebenserfahrung und dem Wert des Alters erzählt. Gemeinsam werden Erinnerungen an Äpfel, Erntezeiten, kluge Menschen und eigene Lebenserfahrungen geweckt. Gespräche, kleine Rätsel und Aktivierungsübungen laden dazu ein, sich mit den Themen Alter, Wissen und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.
Die Stunde eignet sich besonders gut, um biografische Erinnerungen anzuregen und den Erfahrungsschatz der Teilnehmenden wertzuschätzen. Die Aktivierung kann ruhig, nachdenklich, gesprächsorientiert oder auch spielerisch gestaltet werden. Wichtig ist, dass die Teilnehmenden ihre eigenen Erfahrungen einbringen können und erleben, wie wertvoll die Weisheit des Alters ist.
Wichtig: Märchenreihe aufgrund des Buches: Die Quelle der Weisheit
Materialliste
Vorlesetext „Die Apfelprobe“
Korb mit verschiedenen Äpfeln
Teller und Schüssel
Apfelschnitze oder Apfelmus zum Probieren
Apfeltee oder Apfelduft
Bild eines Apfelbaums oder Bauernhofs
Karten mit Rätseln, Wortpaaren und Ja-/Nein-Fragen
Stifte und Papier
Servietten
Kleiner Obstkorb oder Äpfel als Tischdekoration
Optional:
Apfelkuchen
Alte Küchenutensilien
Bildkarten (Apfel, Baum, Hof, Hochzeit)
Ruhige Hintergrundmusik zum Ausklang der Stunde.
Komplette 12 seitige PDF Datei zum Ausdrucken
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Auszug der Märchenstunde: Die Apfelprobe
Es war einmal ein junger Mann, der diente viele Jahre im Krieg in der Fremde. Als er endlich nach Hause auf den Hof der Eltern zurückkehrte, war der Vater schon gestorben und die Mutter schwach und krank. Wie glücklich war sie, dass ihr einziger Sohn wieder zu Hause war! Doch schon bald sprach sie zu ihm: «Ich bin alt und schwach. Jeder Tag kann mein letzter Tag kann mein letzter sein. Es ist Zeit, dass du dir eine Frau suchst, mit der du nicht nur die Arbeit, sondern auch Freude und Leid teilen kannst.»
Der junge Mann nickte und hielt von nun an, wenn er auf den Markt, in die Kirche oder zum Dorffest ging, Ausschau nach einer Frau, die mit ihm Leben und Arbeit teilen wollte. Es gab einige junge Frauen, die gerne auf seinen Hof und den Apfelbäumen gezogen wären. Aber welche war die Richtige? Vielleicht Trudi, mit dem Schmuck im Haar? Oder Margret, die gerne schöne Kleider trug? Oder Elsie, die zwar arm, aber immer freundlich war? So kam der junge Mann jeweils wieder nach Hause zurück und wusste sich doch keinen Rat.
Die Mutter erkannte die Sorgen ihres Sohnes. Und so rief sie ihn einmal zu sich und sagte: «Ich habe für den heutigen Abend drei Mädchen, die du gerne magst, auf den Hof eingeladen. Stelle nach dem Essen diesen Teller voller Äpfel auf den Tisch, und achte dann genau darauf, was jede von ihnen tut, dann wirst du wissen, welche die Richtige ist!»
Gegen Abend traten die drei jungen Frauen traten ins Haus, es wurden gegessen und getrunken, und schließlich stellte der junge Mann einen Teller mit Äpfeln auf den Tisch. Jede der Frauen nahm sich einen Apfel. Trudi schälte den Apfel so hastig, dass die Hälfte an der Schale blieb. Margret verschlang den Apfel, ohne ihn zu schälen. Die arme Else aber, schälte nicht zu viel und nicht zu wenig, ja, es schien ihm, dass sie alles gerade richtig machte.
Bald verabschiedeten sich die Frauen und als sie fort waren, ging der junge Mann in die Kammer der Mutter und seufzte: «Schön, war es mit den Dreien. Aber ich weiß immer noch nicht, welche die richtige ist?»
«Erzähl mir, wie die drei Frauen den Apfel gegessen haben, dann kann ich dir raten», sagte die alte Mutter.
Der junge Mann begann zu erzählen, und als er fertig war, lächelte sie und sagte: «Geh morgen zur armen Else und frage sie, ob sie dich heiraten möchte, mit ihr wirst du glücklich werden.»
So kam es, dass schon bald Hochzeit gefeiert wurde und Else auf den Hof mit den Apfelbäumen zog. Die beiden teilten gemeinsam Arbeit, Freude und Leid und lebten noch lange zufrieden und glücklich.
Märchen aus der Schweiz
Ursprung und Bedeutung des Märchens
„Die Apfelprobe“ gehört zur schweizerischen Erzähltradition und wird als Schwank eingeordnet. Ein Schwank ist eine heitere, oft spitzfindige Erzählung, in der Klugheit, Alltagsverstand und manchmal auch ein kleiner Streich im Mittelpunkt stehen.
Die Bedeutung dieser Geschichte liegt darin, dass die richtige Wahl nicht durch äußere Schönheit oder schnellen Eindruck getroffen wird, sondern durch vernünftiges Verhalten. Die Apfelprobe zeigt: Wer Maß hält und mit Verstand handelt, ist im Leben oft der bessere Partner.
Die Geschichte besonders gut, weil sie Erinnerungen an frühere Zeiten, an Höfe, Familien, Erziehung und Heiratsbräuche weckt.
Erzähl Teil:
- Wer hat in Ihrer Kindheit zu Hause bei wichtigen Entscheidungen mitgeredet?
- Haben Sie selbst einmal erlebt, dass jemand nach langer Zeit nach Hause zurückkam?
- Gab es früher auf dem Land auch solche klugen Prüfungen?
- Welche Eigenschaften waren bei einer guten Ehe früher wichtig?
- Warum ist die arme Else in der Geschichte die Richtige?
- Kennen Sie selbst jemanden, der immer „zu viel“ oder „zu wenig“ macht?
- Wie wurden früher Verlobungen oder Hochzeiten vorbereitet?
mehr in der kompletten Ausarbeitung in der PDF-Datei für Mitglieder zum Ausdrucken ...
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