Demenz-Wissen-Frage: Was ist die Validation nach Feil?

Die Validation nach Naomi Feil ist eine Kommunikationsmethode und eine wertschätzende Haltung im Umgang mit Menschen mit Demenz. Sie wurde von der amerikanischen Gerontologin Naomi Feil entwickelt und richtet sich besonders an Menschen mit einer fortgeschrittenen Demenzerkrankung. Ziel der Validation ist es, die Gefühle, Gedanken und die persönliche Wahrnehmung eines Menschen ernst zu nehmen und ihm Sicherheit, Verständnis und Wertschätzung zu vermitteln.

Der Begriff Validation bedeutet übersetzt so viel wie „für gültig erklären“ oder „anerkennen“. Damit ist gemeint, dass nicht die Aussagen eines Menschen mit Demenz auf ihre sachliche Richtigkeit überprüft werden, sondern die dahinterliegenden Gefühle und Bedürfnisse verstanden werden.

Menschen mit Demenz leben häufig in einer veränderten Wahrnehmung der Wirklichkeit. Sie erinnern sich möglicherweise an Ereignisse aus der Vergangenheit, verwechseln Zeiten oder suchen nach Personen, die nicht mehr leben. Eine korrigierende Reaktion wie „Das stimmt nicht“ oder „Das ist schon lange vorbei“ kann Verunsicherung, Angst oder Traurigkeit auslösen. Die Validation geht einen anderen Weg: Sie versucht zu verstehen, welche Bedeutung die Aussage für die betroffene Person hat.

Ein Beispiel:

Ein Mensch mit Demenz sagt: „Ich muss nach Hause, meine Kinder warten auf mich.“

Statt zu antworten: „Ihre Kinder sind doch längst erwachsen und Sie sind zu Hause“, könnte eine validierende Antwort sein: „Sie machen sich Sorgen um Ihre Kinder. Sie haben sich immer gut um sie gekümmert.“ Dadurch wird das Gefühl hinter der Aussage wahrgenommen und angenommen.

Die Validation basiert auf der Annahme, dass auch scheinbar unverständliche Aussagen oder Verhaltensweisen einen Sinn haben. Hinter einem Verhalten können beispielsweise Bedürfnisse nach Sicherheit, Nähe, Anerkennung, Zugehörigkeit oder dem Abschluss einer wichtigen Lebenserfahrung stehen.

Wichtige Grundprinzipien der Validation sind:
  • Akzeptanz: Die Wahrnehmung des Menschen mit Demenz wird nicht abgewertet oder bekämpft.
  • Einfühlung: Die Pflegekraft versucht, die Gefühle und Bedürfnisse hinter dem Verhalten zu verstehen.
  • Wertschätzung: Der Mensch wird unabhängig von seinen Einschränkungen respektiert.
  • Aufmerksame Kommunikation: Stimme, Blickkontakt, Körperhaltung und Berührung spielen eine wichtige Rolle.
  • Keine unnötigen Korrekturen: Es geht nicht darum, die Realität richtigzustellen, sondern Sicherheit und Vertrauen zu geben.

Naomi Feil entwickelte außerdem verschiedene Validationstechniken, beispielsweise das Wiederholen wichtiger Aussagen, das Spiegeln von Gefühlen, das Stellen einfühlsamer Fragen oder das Aufgreifen von Erinnerungen. Welche Methode geeignet ist, hängt immer von der individuellen Situation und dem Zustand des Menschen mit Demenz ab.

Wichtig ist: Validation bedeutet nicht, jede Aussage einfach zu bestätigen oder die Realität der betroffenen Person dauerhaft zu übernehmen. Es geht vielmehr darum, die emotionale Wahrheit hinter einer Aussage zu erkennen und darauf respektvoll einzugehen.


Zusammenfassung
Die Validation nach Naomi Feil ist eine einfühlsame Kommunikationsmethode für Menschen mit Demenz. Sie hilft dabei, Gefühle und Bedürfnisse hinter Aussagen oder Verhaltensweisen zu verstehen und anzuerkennen. Statt zu korrigieren oder zu widersprechen, steht die wertschätzende Beziehung im Mittelpunkt. Ziel ist es, Sicherheit, Vertrauen und Wohlbefinden für Menschen mit Demenz zu fördern.


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