20. August – Tagesimpulse

Jeder Tag hält neue Möglichkeiten für Begegnung, Aktivierung und gemeinsame Erlebnisse bereit. Dieser tägliche Impuls möchte dazu anregen, mit kleinen Ideen den Alltag abwechslungsreich zu gestalten, Erinnerungen zu wecken und Gespräche in Gang zu bringen. Dabei kann jeder Impuls ganz individuell an die Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnisse der Senioren angepasst werden.
 
 
20. August – Tagesimpulse

 
 

20. August – Zeit für Aktivierung

 

Endlich-kaputt-Tag

Der Endlich-kaputt-Tag wird in manchen deutschsprachigen Aktionstagskalendern unter dieser Bezeichnung geführt, wobei die Übersetzung beziehungsweise Zuordnung nicht eindeutig ist. Als kurioser Aktionstag kann er zum Anlass genommen werden, sich humorvoll mit Dingen zu beschäftigen, die im Alltag kaputtgehen, repariert werden müssen oder irgendwann ausgedient haben. Gerade für die Seniorenarbeit bietet das Thema zahlreiche Anknüpfungspunkte an frühere Zeiten, in denen viele Gegenstände noch selbst repariert, geflickt und wiederverwendet wurden. 

Was ist denn da kaputt?
Bereiten Sie einen Tisch mit verschiedenen Gegenständen vor: eine kaputte Tasse, ein gerissenes Tuch, eine defekte Wäscheklammer, ein leerer Kugelschreiber oder ein Spielzeug mit fehlendem Teil. Die Teilnehmer betrachten die Gegenstände und überlegen gemeinsam: 
  • Was ist kaputt? 
  • Was könnte passiert sein? 
  • Kann man es reparieren?
Anschließend erzählt jeder, wenn er möchte, von einem Gegenstand, der ihm früher einmal kaputtgegangen ist. Besonders für Männer können Werkzeuge und Reparaturgegenstände eingebaut werden.

Die Reparaturwerkstatt
Richten Sie eine kleine „Werkstatt“ ein. Alte, ungefährliche Gegenstände werden zum Sortieren und Auseinandernehmen angeboten, beispielsweise Schrauben, Muttern, Holzstücke oder große Bauteile.
Die Teilnehmer können Schrauben sortieren, passende Muttern suchen oder Gegenstände wieder zusammensetzen. Es geht nicht um eine tatsächliche Reparatur, sondern um Feinmotorik, Konzentration und das Gefühl, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen.
Für weniger mobile Teilnehmer kann das Angebot am Tisch stattfinden.
 
Kaputt – oder noch zu retten? 
Die Betreuungskraft nennt verschiedene Alltagssituationen. Die Teilnehmer entscheiden gemeinsam: Kann man den Gegenstand noch reparieren oder muss er ersetzt werden? Anschließend wird überlegt, wie man den jeweiligen Gegenstand früher repariert hätte und welche Lösungen es heute gibt. Mögliche Beispiele:
  • Eine Hose hat ein Loch. (Stopfen oder nähen)
  • Eine Socke hat ein Loch. (Stopfen)
  • Ein Knopf fehlt. (Neuen Knopf annähen)
  • Ein Reißverschluss klemmt. (Reißverschluss reinigen, vorsichtig gängig machen oder reparieren)
  • Ein Pullover hat eine Laufmasche. (Masche sichern oder reparieren)
  • Ein Saum ist aufgegangen. (Wieder annähen)
  • Eine Tasse hat einen kleinen Sprung. (Für Lebensmittel meist nicht mehr geeignet, eventuell noch als Blumentopf oder Stiftebecher verwenden)
  • Ein Teller hat einen kleinen Abplatzer. (Je nach Beschädigung weiterverwenden oder anderweitig nutzen)
  • Ein Stuhl wackelt. (Schrauben festziehen oder Leim verwenden)
  • Ein Tischbein ist locker. (Festschrauben oder reparieren)
  • Eine Schublade klemmt. (Schienen oder Holz prüfen und reparieren)
  • Ein Schrankgriff ist locker. (Festschrauben)
  • Eine Glühbirne ist kaputt. (Neue Glühbirne einsetzen)
  • Eine Lampe funktioniert nicht. (Leuchtmittel oder Kabel überprüfen lassen)
  • Ein Wecker bleibt stehen. (Batterie wechseln)
  • Eine Uhr geht nicht mehr. (Batterie wechseln oder Uhr reparieren lassen)
  • Ein Fahrradreifen ist platt. (Aufpumpen oder Schlauch flicken)
  • Eine Fahrradkette ist abgesprungen. (Kette wieder auflegen)
  • Ein Schuh hat eine lose Sohle. (Kleben oder zum Schuster bringen)
  • Ein Schnürsenkel ist gerissen. (Neuen Schnürsenkel verwenden)
  • Eine Tasche hat einen Riss. (Nähen oder beim Schuster reparieren lassen)
  • Ein Regenschirm hat einen kleinen Schaden. (Reparieren, wenn möglich)
  • Ein Bilderrahmen ist kaputt. (Kleben oder Teile ersetzen)
  • Ein Spielzeug ist beschädigt. (Kleben, schrauben oder einzelne Teile ersetzen)
  • Ein Buch hat eine lose Seite. (Einkleben oder neu binden lassen)
  • Eine Vase ist zerbrochen. (Kleben oder die Scherben kreativ weiterverwenden)
  • Ein Topf hat einen lockeren Griff. (Griff festschrauben oder ersetzen)
  • Eine Pfanne hat eine beschädigte Beschichtung. (Nicht mehr zum Kochen verwenden)
  • Ein Reißverschluss an einer Jacke ist kaputt. (Reparieren oder ersetzen lassen)
  • Eine Gardine hat einen Riss. (Nähen oder ausbessern)
Anschließend können die Teilnehmer erzählen, was sie früher selbst repariert haben und welche Dinge man früher selbstverständlich geflickt, geklebt, genäht oder wieder instand gesetzt hat. So entsteht ganz nebenbei ein Gespräch über Nachhaltigkeit, Sparsamkeit, Improvisation und den Unterschied zwischen früher und heute.
 
Meine größte Panne
Jeder Teilnehmer darf – wenn er möchte – von einer kleinen Panne erzählen. Vielleicht ist beim Kochen etwas angebrannt, beim Heimwerken etwas kaputtgegangen oder beim Nähen ein Missgeschick passiert.
Die Geschichten dürfen gerne lustig sein. Eine besonders schöne Variante ist ein „Pannen-Quiz“: Die Betreuungskraft erzählt eine kurze Geschichte und die Gruppe rät, wie die Geschichte wohl ausgegangen ist.

 

Tag der Speck-Fans

Der Tag der Speck-Fans wird jährlich am 20. August gefeiert und widmet sich der beliebten herzhaften Spezialität. Der Tag lädt dazu ein, Speck in seinen verschiedenen Varianten und als Bestandteil unterschiedlichster Gerichte zu genießen. Gleichzeitig bietet er einen Anlass, sich mit der langen Geschichte des Haltbarmachens von Fleisch durch Salzen und Räuchern zu beschäftigen. Der genaue Ursprung des Aktionstages ist nicht eindeutig dokumentiert. 

Speckduft aus der Küche 
Braten Sie in der Küche oder in einem kleinen Tischgerät eine geringe Menge Speck an. Der Duft wird zum Mittelpunkt der Aktivierung.
Die Teilnehmer werden gefragt: Woran erinnert Sie dieser Geruch?
Vielleicht entstehen Erinnerungen an Bauernhöfe, Sonntagsfrühstück, Bratkartoffeln, Eintöpfe oder die Küche der Eltern und Großeltern.
Für bettlägerige Personen kann der Geruch – sofern angenehm und verträglich – ebenfalls als Sinnesimpuls eingesetzt werden.

Bratkartoffel-Werkstatt 
Gemeinsam werden Kartoffeln vorbereitet und anschließend zu Bratkartoffeln verarbeitet. Die Teilnehmer können Kartoffeln schälen, schneiden, Kräuter vorbereiten oder die Zutaten auswählen.
Dabei können unterschiedliche Varianten besprochen werden:
  • Bratkartoffeln mit Speck
  • Bratkartoffeln mit Zwiebeln
  • Bratkartoffeln mit Ei
  • vegetarische Bratkartoffeln
  • Bratkartoffeln mit Kräutern
Am Ende wird gemeinsam probiert.
 
Was passt zum Speck?
Die Betreuungskraft nennt das Wort „Speck“. Nun versuchen die Teilnehmer gemeinsam, möglichst viele passende Lebensmittel und Zutaten zu finden, die sie mit Speck verbinden. Zum Beispiel: Kartoffeln, Zwiebeln, Ei, Bohnen, Sauerkraut, Brot, Rührei, Pfannkuchen.
Anschließend folgt eine zweite Runde: „Nennen Sie ein Gericht, in dem Speck vorkommt.“
Mögliche Antworten: Speckkartoffeln, Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln, Kartoffelsalat mit Speck, Kartoffelsuppe mit Speck, Linsensuppe mit Speck, Erbsensuppe mit Speck, Bohneneintopf mit Speck, grüne Bohnen mit Speck, Sauerkraut mit Speck, Rührei mit Speck, Spiegelei mit Speck, Speckpfannkuchen, Flammkuchen mit Speck und Zwiebeln, Zwiebelkuchen mit Speck, Speckknödel, Semmelknödel mit Speck, Käsespätzle mit Speck, Nudeln mit Speck, Spaghetti Carbonara, Speckbrötchen, Speckbrot, Bauernfrühstück mit Speck, Rosenkohl mit Speck, Wirsing mit Speck, Krautwickel mit Speck, Eierkuchen mit Speck.
Das Spiel eignet sich auch gut für Menschen mit Demenz, da die Teilnehmer auf vertraute Lebensmittel und bekannte Gerichte zurückgreifen können. Bei Bedarf kann die Betreuungskraft mit Bildkarten oder einzelnen Zutaten Anregungen geben.
 
Männer am Grill
Für eine Gruppe, die gerne draußen ist, kann das Thema mit einem kleinen Grillnachmittag verbunden werden. Gemeinsam werden Zutaten vorbereitet und auf dem Grill zubereitet.
Neben Speck (bzw. Dinge in Speck eingerollt) können auch Gemüse, Kartoffeln, Mais oder Brot angeboten werden.
Die Teilnehmer können sich an der Vorbereitung beteiligen und anschließend gemeinsam im Garten essen. Für weniger mobile oder bettlägerige Bewohner kann ein kleiner Probierteller vorbereitet werden, sodass sie ebenfalls am Erlebnis teilhaben.

 

Tag der Limonade

Der Tag der Limonade wird in verschiedenen Aktionstagskalendern am 20. August geführt und steht ganz im Zeichen des erfrischenden Getränks. Limonade ist besonders mit sommerlichen Tagen, Erfrischung und geselligem Beisammensein verbunden. Der Aktionstag bietet deshalb eine schöne Gelegenheit, verschiedene Limonaden selbst herzustellen und unterschiedliche Geschmacksrichtungen auszuprobieren. Wichtig ist allerdings: Der offizielle Lemonade Day der gleichnamigen US-amerikanischen Initiative hat einen anderen Hintergrund. Diese Initiative wurde 2007 in Houston gegründet und möchte Kindern durch den Betrieb eines Limonadenstandes spielerisch unternehmerische Fähigkeiten und Verantwortungsbewusstsein vermitteln. 
 
Die große Limonaden-Bar
Richten Sie eine kleine Limonaden-Bar ein. Die Teilnehmer können verschiedene Getränke selbst zusammenstellen. Mögliche Zutaten: Zitronen, Limetten, Orangen, Beeren, Minze, Gurkenscheiben, Holunderblütensirup, Mineralwasser, stilles Wasser
Jeder darf seine eigene Limonade kreieren und ihr einen Namen geben. Besonders lustig wird es, wenn die Teilnehmer ihre Getränke anschließend bewerten.
 
Limonaden-Blindverkostung
Bereiten Sie mehrere Getränke in identischen Gläsern vor. Die Teilnehmer probieren und versuchen, die Geschmacksrichtung zu erkennen. Zum Beispiel: Zitrone, Orange, Himbeere, Holunder, Waldmeister, Kräuterlimonade
Für Menschen mit Demenz können bekannte Geschmacksrichtungen verwendet werden. Bei der Aktivierung stehen Schmecken, Riechen und Erinnern im Vordergrund.
 
Limonaden-Garten
Im Garten werden verschiedene Kräuter gesammelt, die später für eine selbstgemachte Limonade verwendet werden können.
Zum Beispiel: Minze, Zitronenmelisse, Basilikum
Die Teilnehmer können die Pflanzen riechen, fühlen und gemeinsam bestimmen. Anschließend werden die Kräuter für das Getränk verwendet.
Für Senioren mit eingeschränkter Mobilität können Kräutertöpfe direkt an den Sitzplatz oder ans Bett gebracht werden.

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