10 Minuten Aktivierung: Sonntagsbesuch

10 Minuten Aktivierung: Sonntagsbesuch

Information zur Umsetzung:   
Eine 10-Minuten-Aktivierung ist eine kurze, alltagsnahe Beschäftigung für Senioren und Menschen mit Demenz. Im Mittelpunkt stehen vertraute Themen, Erinnerungen und die Anregung der Sinne. 
 
Durch gezielte Fragen, Gespräche und kleine Impulse werden vorhandene Fähigkeiten gefördert, ohne die Teilnehmer zu überfordern. Bereits wenige Minuten gemeinsamer Aktivierung können Freude bereiten, das Wohlbefinden steigern und soziale Kontakte stärken.

 
Eckdaten zur Aktivierung:
Passt: Kurzaktivierung/ Einzelbetreuung
Inhalt: unterschiedliche Idee
Dauer: Mini Aktivierung
Schwierigkeit: Leicht 

 
PDF Datei zum Ausdrucken  
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10 Minuten Aktivierung: Sonntagsbesuch


 

Aktivierungen zum Thema - Sonntagsbesuch

Der Sonntagsbesuch war früher für viele Familien ein fester Bestandteil der Woche. Nach der Kirche, nach dem Mittagessen oder am Nachmittag traf man sich bei Verwandten, Nachbarn oder Freunden. Oft gab es Kaffee und Kuchen, man saß gemeinsam in der guten Stube und erzählte Neuigkeiten. Viele Senioren verbinden damit Erinnerungen an Familie, Gastfreundschaft, feste Rituale und eine Zeit, in der Besuche häufiger persönlich stattfanden.
Das Thema „Sonntagsbesuch“ eignet sich besonders gut für die Seniorenarbeit, weil es viele persönliche Erinnerungen an Kindheit, Elternhaus, Großeltern und frühere Traditionen weckt.

 
Ziele
  • Erinnerungen an Familie, Besuche und frühere Gewohnheiten aktivieren.
  • Gespräche über Kindheit, Elternhaus und Gemeinschaft fördern.
  • Positive Gefühle durch vertraute Situationen wecken.
  • Biografische Erlebnisse und persönliche Geschichten anregen.
  • Sinneswahrnehmungen durch typische Gegenstände und Düfte früher nutzen.
  • Austausch und Kommunikation in der Gruppe fördern.

 
Vorbereitung - Materialien
  • Alte Kaffeetassen oder Sammeltassen
  • Tischdecke/ Kuchenteller
  • Alte Familienfotos
  • Bilder von Wohnzimmern früher
  • Häkeldeckchen
  • Alte Grußkarten
  • Kaffeekanne
  • Kuchenform
  • Alte Wohnzimmergegenstände
  • Postkarten oder Briefe

 
Durchführung 
Begrüßung und Einstieg
Stellen Sie eine alte Tasse oder Kaffeekanne in die Mitte.
Einführung: „Heute erinnern wir uns an den Sonntagsbesuch. Früher war es ganz selbstverständlich, dass man sich am Sonntag Zeit füreinander nahm. Familie, Freunde oder Nachbarn kamen vorbei, man setzte sich zusammen und erzählte bei Kaffee und Kuchen die neuesten Geschichten.“

 
Gemeinsames Gespräch 
Mögliche Gesprächsimpulse:
  • Bekamen Sie früher Sonntagsbesuch?
  • Wen besuchte man in Ihrer Familie?
  • Gab es feste Besuchszeiten?
  • Was wurde angeboten?
  • Gab es die berühmte Kaffeetafel?
  • Erinnern Sie sich an die „gute Stube“?
  • Wer kam besonders gerne zu Besuch?
  • Wurde vorher extra aufgeräumt?
  • Welche Kuchen gab es früher?
  • Sind Besuche heute anders als früher?

 
Sinnesanregungen
Sehen
Alte Kaffeetassen betrachten - Sammeltassen und feines Geschirr erinnern viele Menschen an Sonntage und besondere Anlässe. Oft wurden die schönen Tassen nur benutzt, wenn Gäste kamen.
 
Eine alte Kaffeekanne anschauen - Sie erinnert an gemütliche Kaffeerunden mit Familie und Freunden. Viele denken dabei an den gedeckten Tisch am Sonntagnachmittag.
 
Alte Familienfotos betrachten - Fotos zeigen Menschen, die früher oft zusammenkamen. Sie können Erinnerungen an Eltern, Großeltern oder Verwandte auslösen.
 
Bilder von Wohnzimmern früher anschauen - Die „gute Stube“ war oft der Raum für Gäste. Viele erinnern sich an Sofas, Schränke, Teppiche und besondere Möbel.
 
Eine alte Tischdecke betrachten - Sie erinnert an festlich gedeckte Tische und Vorbereitung auf Besuch. Früher wurde oft extra die schöne Tischwäsche aufgelegt.
 
Kuchenplatten anschauen - Sie verbinden sich mit der Sonntagskaffeetafel. Viele erzählen, welche Kuchen früher gebacken wurden.
 
Häkeldeckchen betrachten - Sie waren früher in vielen Haushalten zu finden. Sie erinnern an Handarbeit und die gemütliche Atmosphäre zuhause.
 
Alte Grußkarten anschauen - Sie erinnern an schriftliche Grüße und Besuche, die früher häufiger persönlich waren. Manche Karten wurden über Jahre aufgehoben.
 
Bilder von alten Häusern betrachten - Sie erinnern an Elternhaus, Nachbarschaft und frühere Lebensbedingungen. Viele erkennen typische Häuser ihrer Kindheit.
 
Alte Möbel betrachten - Sessel, Schränke oder Sofas können Erinnerungen an Besuche wecken. Viele wissen noch, wo die Gäste früher saßen.

 
Hören
Kaffeemaschine oder Kaffeemahlen hören - Das Geräusch erinnert an die Vorbereitung für Besuch. Viele denken an frisch gebrühten Kaffee am Sonntag.
 
Türklingel hören - Sie erinnert an den Moment, wenn Gäste ankamen. Viele erzählen von der Freude über spontanen Besuch.
 
Geschichten über Familienbesuche hören - Erzählungen anderer regen eigene Erinnerungen an. Oft entstehen Gespräche über frühere Familientreffen.
 
Alte Schlager hören - Sie erinnern an vergangene Zeiten und gemütliche Nachmittage. Musik lief bei vielen Familienbesuchen im Hintergrund.
 
Geschirrklappern hören - Es erinnert an Kaffeetassen, Teller und Vorbereitung. Viele verbinden damit die Arbeit vor dem Besuch.
 
Stimmen aus einer Kaffeerunde hören - Sie erinnern an Gespräche am Tisch. Früher wurde viel erzählt und Neuigkeiten ausgetauscht.
 
Kinderlachen hören - Es verbindet sich mit Familienfesten und Besuchen mit Kindern. Viele denken an lebendige Sonntage.
 
Alte Radiosendungen hören - Sie erinnern an die Zeit, in der das Radio oft zur Unterhaltung lief. Viele Familien hörten gemeinsam Musik oder Nachrichten.
 
Kirchenglocken hören - Sie erinnern an Sonntage und den Ablauf des Tages. Für viele begann der Sonntag mit dem Kirchgang.
 
Eigene Geschichten aus der Gruppe hören - Jede Erzählung kann neue Erinnerungen wecken. Der Austausch stärkt die Gemeinschaft.

 
Riechen
Kaffeeduft riechen - Der Duft von Kaffee gehört für viele untrennbar zum Sonntagsbesuch. Er erinnert an Gespräche, Kuchen und gemütliche Stunden.
 
Frisch gebackenen Kuchen riechen - Er erinnert an Vorbereitung und Gastfreundschaft. Viele denken an Rezepte von Mutter oder Großmutter.
 
Vanille riechen - Der Duft verbindet sich mit Kuchen, Plätzchen und Süßspeisen. Viele erkennen sofort den vertrauten Geruch.
 
Bohnerwachs riechen - Er erinnert an gepflegte Wohnungen früher. Vor Besuch wurde oft besonders gründlich geputzt.
 
Blumen riechen - Frische Blumen standen häufig auf dem Tisch. Sie erinnern an eine schön vorbereitete Wohnung.
 
Holz riechen - Der Duft erinnert an alte Möbel und Wohnräume. Viele verbinden damit das Elternhaus.
 
Tee riechen - Nicht jeder Besuch bestand nur aus Kaffee. Manche Familien boten Tee oder andere Getränke an.
 
Gebäck riechen - Plätzchen und Kleingebäck gehörten oft zur Kaffeetafel. Der Duft weckt Erinnerungen an besondere Tage.
 
Frische Wäsche riechen - Viele Haushalte bereiteten sich besonders auf Besuch vor. Saubere Tischwäsche und frische Räume gehörten dazu.
 
Essensdüfte vom Sonntagsessen riechen - Viele Besuche fanden nach dem Mittagessen statt. Der Duft erinnert an Braten, Suppe oder traditionelle Gerichte.

 
Schmecken
Kaffee trinken - Kaffee war das typische Getränk beim Sonntagsbesuch. Viele verbinden damit lange Gespräche am Tisch.
 
Kuchen probieren - Ein Stück Kuchen gehörte für viele zur Begrüßung der Gäste. Oft gab es selbst gebackene Sorten.
 
Plätzchen probieren - Sie erinnern an gemütliche Nachmittage und Vorräte aus der Keksdose. Viele Familien hatten eigene Rezepte.
 
Marmorkuchen probieren - Dieser Kuchen war früher in vielen Haushalten beliebt. Er erinnert viele an Besuche bei Eltern oder Großeltern.
 
Apfelkuchen probieren - Er verbindet sich mit Hausbacken und Sonntagen. Viele kennen Rezepte, die in der Familie weitergegeben wurden.
 
Tee trinken - Manche Familien tranken lieber Tee als Kaffee. Das Thema regt Gespräche über frühere Gewohnheiten an.
 
Süßigkeiten aus der Kindheit probieren - Wenn Besuch kam, gab es manchmal besondere Naschereien. Viele erinnern sich an Bonbonschalen und kleine Leckereien.
 
Brotzeit oder kleine Häppchen nennen - Nicht jeder Besuch war nur Kaffee und Kuchen. Manche erinnern sich an herzhafte Kleinigkeiten.
 
Lieblingskuchen von früher sammeln - Jeder Teilnehmer kann eine eigene Erinnerung beitragen. Dadurch entstehen Gespräche über Familie und Traditionen.
 
Sonntagsessen beschreiben - Viele Besuche fanden rund um das gemeinsame Essen statt. Gerichte verbinden sich oft mit Menschen und Orten.


Fühlen
Eine alte Kaffeetasse anfassen - Die Form und das Material erinnern an frühere Kaffeerunden. Viele hatten besondere Tassen nur für Gäste.
 
Eine Tischdecke fühlen - Sie erinnert an festlich gedeckte Tische. Viele Haushalte legten sie nur zu besonderen Anlässen auf.
 
Ein Häkeldeckchen fühlen - Es verbindet sich mit Handarbeit und früherer Wohnkultur. Viele erinnern sich an solche Stücke im Elternhaus.
 
Einen Kuchenteller anfassen - Er erinnert an die Sonntagskaffeetafel. Viele wissen noch, welche Teller bei Gästen benutzt wurden.
 
Eine alte Serviette fühlen - Sie erinnert an gepflegte Tischkultur früher. Besuch bedeutete oft, dass alles besonders vorbereitet wurde.
 
Eine Kaffeekanne halten - Sie verbindet sich mit dem Einschenken und gemeinsamen Sitzen. Viele erinnern sich an Gespräche am Tisch.
 
Alte Postkarten fühlen - Sie erinnern an Grüße von Verwandten und Freunden. Früher wurden Nachrichten oft auf Papier verschickt.
 
Ein altes Buch anfassen - Es erinnert an Wohnzimmer und gemütliche Nachmittage. Bücherregale gehörten in viele Haushalte.
 
Stoffe von alten Möbeln fühlen - Sie erinnern an Sessel und Sofas der früheren Wohnstuben. Viele kennen noch bestimmte Möbelstücke.
 
Gegenstände aus der „guten Stube“ ertasten - Eine Tastaufgabe aktiviert Erinnerungen an frühere Wohnungen. Gleichzeitig entstehen persönliche Geschichten.

 
Interaktive Aktivitäten
  • Eine Kaffeetafel gemeinsam beschreiben.
  • Alte Gegenstände erraten.
  • Lieblingskuchen von früher sammeln.
  • Erinnerungen an Verwandte erzählen.
  • „Wer kam früher zu Besuch?“
  • Früher und heute vergleichen:
  • Besuche damals und heute.
  • Eine Geschichte beginnen: „Am Sonntagnachmittag klingelte es an der Tür…“
  • Alte Familienrituale sammeln.
  • Gemeinsam überlegen: „Was gehörte zu einem schönen Besuch?“
  • Einen imaginären Besuch planen.

 
Abschluss
Beenden Sie die Aktivierung mit einer kurzen Zusammenfassung: „Der Sonntagsbesuch war früher ein wichtiger Teil des Familienlebens. Es ging nicht um große Unternehmungen, sondern um Zeit füreinander, Gespräche und das Gefühl, zusammenzugehören.“
Zum Abschluss kann jeder Teilnehmer erzählen: „An welchen Sonntagsbesuch erinnern Sie sich besonders gerne?“

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